Die Entwicklung von Nutzfahrzeugen verändert sich rasant: Software wird zu
einem wichtigen Faktor für Effizienz, Sicherheit und Kundenerlebnis. TRATON und
Applied Intuition gestalten diesen Wandel gemeinsam – mit dem Aufbau einer markenübergreifenden
Softwareplattform für die nächste Generation softwaredefinierter Fahrzeuge.
„Wir erleben einen grundlegenden Wandel weg vom klassischen Maschinenbau hin zur
Softwareentwicklung“, sagt Elin Skoglund, Product Manager High Performance Platform bei TRATON.
„Steigende Kundenerwartungen und immer komplexere Fahrzeugsysteme beschleunigen diese Entwicklung.“
Für Marcello Cirillo, Head of Sweden Applications beim Physical-AI-Unternehmen Applied Intuition,
steht Software im Zentrum des Kundenerlebnisses. „Früher waren Fahrzeuge überwiegend mechanisch geprägt“,
sagt er. „Heute macht Software einen stetig wachsenden Teil des Kundennutzens aus.“
Effizienz und Nachhaltigkeit steigern
Auch für die nachhaltige Transformation des Verkehrs spielt Software eine entscheidende Rolle.
„Viele Vorteile entstehen bereits heute durch Software, etwa verbesserte Routenplanung oder vorausschauende
Fahrzeugsteuerung“, erklärt Cirillo. „Dadurch können Betreiber erhebliche Kosten einsparen.“ Intelligente
Flottenmanagementlösungen senken Kosten und Emissionen und erhöhen zugleich die Fahrzeugverfügbarkeit.
Das reduziert die Gesamtbetriebskosten für die Kunden.
Over-the-Air-Updates beschleunigen Innovationszyklen zusätzlich und reduzieren gleichzeitig
Werkstattaufenthalte. „Als Hersteller können wir Innovationen schneller ausrollen und Probleme effizienter
beheben“, ergänzt Skoglund. Für Fahrer bieten softwaredefinierte Fahrzeuge (SDV) mehr Sicherheit und Komfort
– und verbessern so das gesamte Fahrerlebnis.
SDV erklärt
In einem SDV übernimmt die Software folgende Aufgaben:
Steuerung wichtiger Fahrzeugfunktionen
Bereitstellung neuer Funktionen
Aktualisierung des Fahrzeugs
Mit jedem Over-the-Air-Update erhält das Fahrzeug neue und verbesserte
Funktionen auf derselben Hardware – genau wie bei einem Smartphone.
Der Wechsel zu SDVs:
reduziert Ausfallzeiten durch intelligentere Diagnosen und Updates
senkt die Gesamtbetriebskosten durch effizientere Wartung
steigert den Restwert durch Upgrades über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs
Der Kundennutzen wird zunehmend durch Software entstehen,
die eine wachsende Anzahl von Anwendungen unterstützt.
Software wird zu einem wesentlichen Unterscheidungsmerkmal,
SDVs werden folgende Bereiche neu prägen:
Produktstrategien
Geschäftsmodelle
Kundenerwartungen
In Zukunft wird TRATON nicht einfach nur Lkw und Busse bauen, sondern
anpassungsfähige Plattformen, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln.
Daten ermöglichen eine schnelle Iteration durch:
Entwicklung
Prüfung
Bereitstellung
Weiterentwicklung von Software im realen Betrieb
Durch die Verwendung von Echtzeitdaten kann TRATON die Fahrzeugfunktionalität kontinuierlich
verbessern, Entwicklungszyklen verkürzen und bessere Produkte schneller und kostengünstiger
auf den Markt bringen.
SDVs sind ein wichtiger Baustein für die Transformation von TRATON.
Sie verbinden Fahrzeuge, Software und Daten und tragen dazu bei, den Übergang zu einem effizienteren,
sichereren und nachhaltigeren Transportwesen voranzutreiben.
Eine gemeinsame Softwarebasis für alle Marken
Um das volle Potenzial softwaredefinierter Fahrzeuge zu erschließen, entwickelt
TRATON gemeinsam mit Applied Intuition eine einheitliche und leistungsfähige Fahrzeugsoftwareplattform: TRATON ONE OS.
Sie bildet die technologische Grundlage für die Zukunft. Darüber hinaus ermöglicht sie die nächste Generation
softwaredefinierter Nutzfahrzeuge. So schafft sie ein Umfeld, in dem Softwarefunktionen – etwa erweiterte
Sicherheitsfeatures, neue Fahrerassistenzsysteme oder digitale Services – schneller entwickelt, getestet und ausgerollt werden können.
Cloudbasierte virtuelle Tests liefern frühzeitig Erkenntnisse über das Gesamtsystem und verkürzen
Entwicklungszyklen. Gleichzeitig bündelt die gemeinsame Architektur Lösungen über alle Marken hinweg
und lässt dennoch den notwendigen Spielraum für markenspezifische Anforderungen. „Wir schaffen eine Plattform,
die wir nur einmal entwickeln müssen und die wir anschließend über alle Marken hinweg nutzen können“, sagt
Skoglund. „Gleichzeitig muss sie es jeder Marke ermöglichen, ihre individuellen Anforderungen umzusetzen.“
„Die Energie in unserer Zusammenarbeit und die Möglichkeiten, die daraus entstehen, sind außergewöhnlich.“
Elin Skoglund, Product Manager High Performance Platform bei TRATON
Ein strategisches Zusammenspiel
Scania und Applied Intuition arbeiten bereits seit 2019 gemeinsam an Instrumenten für
automatisiertes Fahren. 2025 wurde die Zusammenarbeit zu einer strategischen Partnerschaft mit TRATON
weiterentwickelt. „Es geht darum, Geschwindigkeit und Expertise zu vereinen, um die wachsende Komplexität
gemeinsam zu beherrschen“, betont Skoglund.
Die Partnerschaft basiert auf komplementären Stärken. Applied Intuition bringt Fahrzeug-Softwareplattformen,
modernste Entwicklungswerkzeuge und fundiertes Software-Know-how ein. TRATON steuert jahrzehntelange Erfahrung
in der Entwicklung und Industrialisierung von Nutzfahrzeugen, breite interne Software-Kompetenzen sowie ein
tiefes Verständnis der Kundenanforderungen bei.
Über diese Partnerschaft hinaus etabliert TRATON ein erweitertes Kooperationsmodell für
softwaredefinierte Fahrzeuge. Während die strategische Zusammenarbeit mit Applied Intuition eine
zentrale Säule der SDV-Strategie bildet, werden schrittweise weitere Technologiepartner, Lieferanten und
Open-Source-Lösungen in dieses Modell eingebunden.
Ein Team – eine gemeinsame Arbeitsweise
In der Partnerschaft mit Applied Intuition ist die Zusammenarbeit fest in der täglichen
Entwicklungspraxis verankert. An TRATON-Standorten weltweit arbeiten Ingenieure beider Organisationen
Seite an Seite in gemeinsamen Projektumgebungen. „Im Kern agieren wir als ein Team“, sagt Cirillo.
Transparenz und Offenheit sind dabei entscheidend.
„Das Wichtigste ist, sich ehrlich darüber auszutauschen, was funktioniert – und was nicht.“ Ein
gemeinsames Backlog schafft Transparenz über Prioritäten und Entwicklungsziele. „Wir treiben diese
Transformation gemeinsam voran“, sagt Skoglund. „Und wir wollen gemeinsam erfolgreich sein.“
Diese enge Zusammenarbeit verbindet die Vertrautheit der etablierten Entwicklungsumgebung von
TRATON mit der Freiheit, neue Ansätze zu erproben. Spezielle Arbeitsbereiche ermöglichen Innovation,
ohne die Anbindung an die jeweiligen Organisationen zu verlieren.
„Früher waren Fahrzeuge überwiegend mechanisch geprägt, heute macht Software einen stetig wachsenden Teil des Kundennutzens aus.“
Marcello Cirillo, Head of Sweden Applications bei Applied Intuition
Blick nach vorn
„Für mich ist es sehr motivierend, Teil dieser Transformation zu sein“, sagt Skoglund.
„Die Energie in unserer Zusammenarbeit und die Möglichkeiten, die daraus entstehen, sind außergewöhnlich.“
Cirillo hebt die unmittelbare Wirkung dieser Arbeit hervor: „Es gibt einen sehr direkten Zusammenhang zwischen dem,
was wir hier entwickeln, und dem Mehrwert für TRATON sowie für die Kunden der Marken Scania, MAN, International
und Volkswagen Truck & Bus.“
Die gemeinsame Vision reicht über einzelne Fahrzeuge hinaus und hin zu einem Ökosystem, in
dem ein großer Teil des Kundennutzens durch Software entsteht, getragen von einer robusten,
einheitlichen Plattform. „Wenn wir diese Transformation erfolgreich gestalten“, sagt Skoglund,
„stärken wir unsere technologische Führungsrolle, erleichtern die Arbeit unserer Kunden und leisten
einen Beitrag zu einem nachhaltigeren Transportsektor.“
Über Applied Intuition
Applied Intuition, Inc. entwickelt die Infrastruktur, Betriebssysteme und autonome Funktionen,
die für autonome und softwaredefinierte bewegliche Maschinen erforderlich sind. Das 2017 gegründete
Unternehmen unterstützt Kunden aus verschiedenen Branchen, darunter aus der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie.
Applied Intuition hat seinen Hauptsitz in Sunnyvale, Kalifornien, und weitere Standorte weltweit.