Nachhaltigkeitsbericht
Allgemeine Information
Grundlagen der Erstellung
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wurde 2025 in Deutschland nicht in nationales Recht umgesetzt. Trotzdem hat TRATON für das Geschäftsjahr 2025 freiwillig einen Nachhaltigkeitsbericht auf konsolidierter Basis erstellt. Dieser ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts, daher nicht auditiert und nicht vollständig European Sustainability Reporting Standards (ESRS) konform, erfüllt jedoch unseres Erachtens weitestgehend die Anforderungen einer Berichterstattung nach den ESRS. Die Referenztabelle (siehe Verweise) bietet einen Überblick darüber, wo welche Angabepflichten im Bericht auffindbar sind.
Sofern verfügbar, und um eine transparente und mit dem Vorjahr vergleichbare Berichterstattung sicherzustellen, werden die quantitativen Daten des vorangegangenen Berichtszeitraums einbezogen. TRATON meldet, wie im Vorjahr, dem Volkswagen Konzern wichtige Kennzahlen, die im Rahmen der Erstellung dessen nichtfinanzieller Erklärung von einem Wirtschaftsprüfer geprüft wurden.
Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis entspricht grundsätzlich dem des Konzernabschlusses und wird anhand der Anforderungen der Finanzberichterstattung, Wesentlichkeit der Auswirkungen und Aktivitäten mit operativer Kontrolle bestimmt. Für die Erhebung von Daten zu Umweltinformationen sowie zu Informationen über die Unternehmensführung wurden folgende Anpassungen vorgenommen:
Umweltbezogene Standards: Die Daten werden vorrangig für die vollkonsolidierten Unternehmen erhoben. Es gibt keine assoziierten Unternehmen, über die TRATON die operative Kontrolle ausübt. Daher werden Umweltdaten (Scope-1- und Scope-2-Emissionen) für diese Unternehmen nicht ausgewiesen. TRATON verfügt jedoch über ein Joint Venture, das innerhalb des Produktionsverbunds von Scania tätig ist. Die damit verbundenen Umweltemissionen können jedoch nicht zuverlässig separat ausgewiesen werden. Aus diesem Grund sind sie in die Gesamtberichterstattung des Konzerns einbezogen.
Governance-Standard: Die Angaben zu Korruption und Bestechung im Abschnitt Governance beziehen alle kontrollierten Tochterunternehmen mit Mitarbeitern oder Beschaffungstätigkeiten ein.
Bei der Erstellung dieses Nachhaltigkeitsberichts wurde die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette berücksichtigt, um die Auswirkungen, Risiken und Chancen über die eigene Geschäftstätigkeit des Konzerns hinaus zu bewerten.
Unsicherheiten und Schätzungen
Die Erstellung von ESG-spezifischen Performance-Kennzahlen ist in einigen Bereichen mit Schätzungen verbunden, was sich auf die berichteten Daten auswirkt. Diese Schätzungen beruhen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit, Informationen von Experten, externen Benchmarks und interner Sachkenntnis und werden unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände vorgenommen. In den Methodenbeschreibungen werden weitere Einzelheiten zu den inhärenten Unsicherheiten und Schätzverfahren genannt. Zur Verringerung des Risikos von Ungenauigkeiten in der Berichterstattung – insbesondere in Bereichen, die Schätzungen unterliegen – werden interne Kontrollen und Validierungsverfahren eingesetzt.
Sofern für das vorherige Berichtsjahr Ist-Daten vorliegen, werden die im Vorjahr berichteten Schätzungen entsprechend aktualisiert.
Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette
Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell der TRATON GROUP bezieht sich im Kern auf die Forschung und Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von Nutzfahrzeugen, einschließlich Lkw, Bussen und leichter Nutzfahrzeuge und damit verbundene Dienstleistungen. TRATON umfasst die Marken Scania, MAN, International und Volkswagen Truck & Bus und adressiert damit ein diversifiziertes Kundenspektrum. Darüber hinaus bietet die TRATON GROUP ihren Kunden zahlreiche Finanzdienstleistungen an.
Im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie und ‑ambition von TRATON hat der Konzern im Berichtszeitraum die Investitionen weiter von Dieselantrieben auf alternative Antriebe verlagert. Die Konzernmarken bauen ihr Produkt- und Dienstleistungsportfolio weiter aus und unterstützen ihre Kunden beim Umstieg auf batterieelektrische Fahrzeuge (Battery-electric vehicles, BEVs). Dies trägt dazu bei, das Geschäftsmodell und die Strategie von TRATON widerstandsfähiger gegen die in der Wesentlichkeitsanalyse (Double Materiality Assessment, DMA) identifizierten wesentlichen Auswirkungen und Risiken zu machen. Die wichtigsten Kundengruppen sind Logistik- und Transportunternehmen, öffentliche Verkehrsbetriebe und der Einzelhandel.
Weitere Informationen über das Geschäftsmodell von TRATON und die Positionierung der Marken finden sich unter Zusammengefasster Lagebericht, Abschnitt Grundlagen der TRATON GROUP.
Wertschöpfungskette
Die TRATON GROUP verfügt über eine weit verzweigte Wertschöpfungskette. Diese umfasst vorgelagerte Prozessschritte, auch als Lieferkette bezeichnet, sowie eigene Geschäftstätigkeiten und nachgelagerte Prozessschritte. Sowohl vor- als auch nachgelagerte Prozessschritte dieser Wertschöpfungskette sind neben dem Kerngeschäft vertikal in die eigene Geschäftstätigkeit von TRATON integriert.
Die TRATON-Wertschöpfungskette
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Die vorgelagerte Wertschöpfungskette umfasst die Gewinnung von Rohstoffen und die Produktion von Komponenten und Teilen. TRATON unterhält enge Beziehungen zu einer Vielzahl von Lieferanten weltweit, die eine Schlüsselrolle bei der Bereitstellung von Rohstoffen und Zwischenprodukten einnehmen.
Kerngeschäft/eigene Geschäftstätigkeit
TRATON betreibt eigene Produktionsanlagen und Montagewerke, in denen wesentliche Komponenten wie Antriebsstränge, Getriebe und Fahrwerke hergestellt und komplette Fahrzeuge montiert werden. Das Kerngeschäft umfasst die zentralen Aktivitäten Entwicklung, Herstellung, Logistik und Vertrieb von Fahrzeugen sowie die damit verbundenen Dienstleistungen.
Entwicklung
In der Entwicklungsphase führt TRATON Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich fortschrittlicher Technologien und innovativer Designs durch.
Herstellung
Die Produktion findet in Produktionsstätten statt, die über die wichtigsten Regionen verteilt sind.
Logistik
Effiziente Logistikprozesse stellen die Integration aller Schritte vom Einkauf über die Produktion bis hin zur Lieferung sicher.
Vertrieb
Der Vertrieb erfolgt über ein weltweites Händler- und Vertriebsnetz. Ein Teil des TRATON-Händler- und Vertriebsnetzes ist konzerneigen. Über TRATON Financial Services können Kunden auch von Finanzierungslösungen profitieren.
Nachgelagerte Wertschöpfungskette
Produktnutzung
In der nachgelagerten Wertschöpfungskette spielen die Nutzungsphase und die damit verbundenen Dienstleistungen eine zentrale Rolle. Die Händler und Servicepartner bieten Service- und Reparaturleistungen sowie digitale Dienste an.
End-of-Life
Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Ende der Lebensdauer der Produkte. Dies schließt mittlerweile auch die Wiederaufbereitung ein. In Zukunft wird auch das Batterierecycling voraussichtlich eine Rolle spielen.
Wie in der Beschreibung der Wertschöpfungskette dargestellt, ist TRATON auf verschiedene Inputs wie Rohstoffe, Komponenten, Technologie, qualifizierte Arbeitskräfte und finanzielle Ressourcen weltweit angewiesen. Diese Inputs werden durch strategische Lieferantenbeziehungen, Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die Gewinnung von Arbeitskräften und ein solides Finanzmanagement sichergestellt. Die Förderung von Innovationen ist ebenfalls ein Aspekt des Ansatzes, Wettbewerbsvorteile auf den jeweiligen Märkten zu erzielen und zu erhalten.
Die Produkte, Nutzfahrzeuge und innovativen Technologien der TRATON GROUP bieten einem breiten Spektrum von weltweiten Interessengruppen erhebliche Vorteile. Die Kunden profitieren von zuverlässigen, kosteneffizienten Fahrzeugen, die ihren Betrieb verbessern. Investoren profitieren von einer starken finanziellen Leistung, der Marktführerschaft und dem Wachstum durch kontinuierliche Innovation. Durch die Investitionen in emissionsarme und emissionsfreie Technologien profitieren sowohl die Interessenträger als auch die Gesellschaft und die Umwelt von der verringerten Umweltbelastung. Somit unterstützt die TRATON GROUP ihre Kunden bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele und der Einhaltung von Vorschriften. Weitere Einzelheiten zu der Verortung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) innerhalb der TRATON-Wertschöpfungskette finden sich in der Abbildung Übersicht über wesentliche Themen im Abschnitt Wesentliche Themen von TRATON.
Für weitere Informationen zu den Geschäftsaktivitäten der TRATON GROUP wird auf das Kapitel Geschäftstätigkeit und Organisation verwiesen.
Im Allgemeinen ist keines der Produkte oder Dienstleistungen der TRATON GROUP in bestimmten Märkten verboten. Dennoch können sie unter bestehende Sanktionen oder Embargos fallen, denen der Konzern in Übereinstimmung mit geltenden Gesetzen, Vorschriften und internen Richtlinien strikt nachkommt (siehe Betroffene Gemeinschaften).
Nachhaltigkeitsstrategie
Bei TRATON ist das Engagement für Nachhaltigkeit fest in der Strategie und den Unternehmenswerten verankert. Das Leitmotiv des Konzerns ist „Transforming Transportation Together. For a sustainable world“. Dies ist ein Bekenntnis, durch die Entwicklung von Transportlösungen, die den Anforderungen einer nachhaltigen Gesellschaft gerecht werden, ein profitables Unternehmen aufzubauen.
Verantwortungsvolles Unternehmen
Die strategische Ausrichtung der TRATON GROUP „TRATON Way Forward“ (siehe An unsere Aktionäre), basiert auf einer langfristigen Vision, die Transformation des Transport- und Logistiksektors proaktiv zu gestalten. Ein Teil dieser Strategie ist die Säule „Verantwortungsvolles Unternehmen“, die als Eckpfeiler des Anspruchs von TRATON dient, nachhaltig, ethisch und mit einem klaren Verantwortungsbewusstsein zu handeln. Mit diesem strategischen Fokus ist der Konzern bestrebt, Umweltziele zu erreichen, einen verantwortungsvollen Umgang mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Partnern zu fördern und Verantwortung als Grundlage jeder Entscheidung zu verankern. Zusammen mit ihren Marken verfolgt die TRATON GROUP ein gemeinsames Leitmotiv: Ein zentrales Ziel besteht darin, Wert nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Gesellschaft entlang des gesamten Produktlebenszyklus zu schaffen.
Die Säule Verantwortungsvolles Unternehmen trägt zudem dazu bei, eine inklusive und mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur zu fördern. TRATON erkennt Vielfalt in einem weiten Sinne an und schätzt Unterschiede in persönlicher Erfahrung, Ausbildung und Perspektive. Die Einhaltung ethischer Grundsätze der Unternehmensführung ist für diese Strategie gleichermaßen von zentraler Bedeutung, da der Konzern Integrität und Transparenz in allen organisatorischen Prozessen verankern möchte. Durch die Konzentration auf Joint Impact Areas möchte die TRATON GROUP ihr Engagement weiter vertiefen und den Fortschritt hin zu einer noch verantwortungsbewussteren und nachhaltig orientierten Unternehmensgruppe beschleunigen.
Joint Impact Areas
Der Ansatz des Nachhaltigkeitsmanagements der TRATON GROUP beschreibt, wie das Ziel und die eigenen Ambitionen in Bezug auf Nachhaltigkeit in konkrete Maßnahmen und Ergebnisse umgesetzt werden.
TRATON begrüßt das Pariser Klimaabkommen als Leitbild für die Zukunft. Wir setzen uns dafür ein, uns durch Innovation und Kooperation kontinuierlich dem Pariser Klimaabkommen anzunähern. Dieses Ziel basiert auf der Erkenntnis, dass der Straßengüterverkehr heute einen spürbaren Anteil an den energiebezogenen Treibhausgas-Emissionen hat. Um den Straßengüterverkehr mit dem Pariser Klimaabkommen in Einklang zu bringen, sind tiefgreifende und rasche Reduktionen erforderlich. Dies erfordert die Verabschiedung und Harmonisierung strengerer Standards für den Kraftstoffverbrauch und die Einführung von Vorschriften für emissionsfreie Fahrzeuge. Für die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen sind eine deutliche Steigerung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie Fortschritte in der Batterietechnologie erforderlich. Hierfür sind der Einsatz aller großen Transportunternehmen und Nutzfahrzeughersteller, die Bündelung von Ressourcen sowie die Zusammenarbeit mit Industriepartnern entscheidend, um die Dekarbonisierung voranzutreiben und die Branche zu stärken.
Der steigende Ressourcenverbrauch ist mitverantwortlich sowohl für den Klimawandel als auch für den Verlust an biologischer Vielfalt und für die Umweltverschmutzung. Auch hierzu trägt der Verkehrssektor maßgeblich bei. Die Ressourcen der Erde können die derzeitigen Verbrauchsraten nicht aufrechterhalten, was zu gesellschaftlicher Ungleichheit und höheren Kosten führt. Es sind dringend Maßnahmen und rechtliche Rahmenbedingungen erforderlich, um die Ausbeutung der Ressourcen einzudämmen. Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, insbesondere in wohlhabenderen Ländern, könnte den Ressourcenverbrauch reduzieren, das Wohlbefinden verbessern und das Wirtschaftswachstum stimulieren.
TRATON verfolgt einen transformativen Ansatz zur Nachhaltigkeit. Dies impliziert grundlegende Veränderungen bei Produkten und Dienstleistungen bis hin zu den Beziehungen zu Lieferanten, Kunden und Partnern, während gleichzeitig die Relevanz des Wandels in den verschiedenen Teilen der Welt sichergestellt wird. Die TRATON GROUP ist aktiv an der Gestaltung von Strategien, Praktiken und Kooperationen beteiligt, um die eigene Verantwortung für die notwendigen systemischen Veränderungen wahrzunehmen. Diese Nachhaltigkeitsziele sind nicht auf einen bestimmten Lieferanten, eine bestimmte Kundengruppe oder ein bestimmtes geografisches Gebiet beschränkt, sodass ein breiter und umfassender Ansatz zur Förderung des Wandels gewählt wird. Damit TRATON fokussiert bleibt und die Ressourcen so einsetzt, dass sie die größte Wirkung erzielen, wurden drei Joint Impact Areas identifiziert. Diese sind Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und Menschenrechte. Sie ermöglichen es TRATON, diese Bereiche auf der Grundlage des Nachhaltigkeitsmanagementmodells auf integrierte und effiziente Weise zu adressieren. Mit den Joint Impact Areas strebt TRATON die Förderung nachhaltiger Verkehrslösungen und die Schaffung dauerhafter Werte für die Menschen und den Planeten an.
Bestrebungen der Joint Impact Areas
Dekarbonisierung: TRATON bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen, die Treibhausgas-Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens zu reduzieren.
Ein erheblicher Teil der Emissionen von globalen Treibhausgasen (THG) stammt aus dem Verkehrssektor. TRATON arbeitet darauf hin, Teil der Lösung zu sein und strebt danach, bei der Dekarbonisierung des Nutzfahrzeugsektors eine führende Rolle einzunehmen. Da fast alle Emissionen der Wertschöpfungskette des Konzerns aus der Nutzungsphase der Produkte stammen, konzentriert sich der Konzern auf die Elektrifizierung als wirksamsten Hebel zur Dekarbonisierung. Ziel ist es, leistungsstarke BEVs und ergänzende Dienstleistungen wie Ladelösungen und Finanzierungsoptionen anzubieten. Gleichzeitig wird TRATON die Energieeffizienz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren weiter verbessern. Mithilfe von Partnerschaften und durch das Eintreten für unterstützende Vorschriften erleichtert das Unternehmen den Zugang zu neuen Technologien und Infrastrukturen.
Kreislaufwirtschaft: Entkopplung des Ressourceneinsatzes vom Unternehmenswachstum.
Die Kreislaufwirtschaft reduziert die Abhängigkeit von endlichen natürlichen Ressourcen und bewirkt eine nachhaltigere Entwicklung während des gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs. Für die TRATON GROUP bedeutet Kreislaufwirtschaft mehr als nur die Reduzierung negativer Auswirkungen. Es geht darum, Prozesse grundlegend neu zu denken und besser zu gestalten. Durch die konsequente Einführung von Kreislaufprinzipien sollen Innovationen beschleunigt und neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickelt werden. Damit sind die Ziele verbunden, den Einsatz von Neumaterialien zu reduzieren bzw. ganz zu vermeiden und ein nachhaltigeres Kundenangebot zu schaffen, das auf die zukünftigen Marktanforderungen abgestimmt ist. Die Elektrifizierung von Fahrzeugen senkt nicht nur die Emissionen, sondern auch den Ressourcenverbrauch innerhalb der Wertschöpfungskette. Durch die Bildung von Partnerschaften und das Eintreten für entsprechende Vorschriften will die TRATON GROUP ihren Teil dazu beitragen, einen systemischen Wandel herbeizuführen.
Menschenrechte: Engagement für Menschenrechte und Sicherstellung eines gerechten Übergangs.
Das Unternehmen hat Maßnahmen zur Steuerung der eigenen Auswirkungen auf die Menschenrechte ergriffen. Weitere Arbeiten zielen darauf ab, die Auswirkungen in der eigenen Geschäftstätigkeit und in der Wertschöpfungskette zu verstehen, einschließlich der sozialen Dimension des grünen Wandels. TRATON wird einen starken Fokus auf die Lieferkette legen und eng mit Partnern zusammenarbeiten, damit eine transparente, verantwortungsvolle und widerstandsfähige Wertschöpfungskette geschaffen wird.
Einbeziehung der Interessenträger
Als globales Unternehmen wirken sich die Aktivitäten der TRATON GROUP auf viele Menschen aus. Der Dialog mit den Interessenträgern ist unerlässlich, um Schlüsselbereiche für die Strategie der Gruppe zu identifizieren und die sich entwickelnden Erwartungen zu antizipieren. TRATON sieht es als Pflicht an, systematisch und kontinuierlich mit verschiedenen Interessenträgern zu interagieren, ihre Sichtweisen aktiv anzuhören und ihr Feedback in die eigene Strategie und das eigene Geschäftsmodell einfließen zu lassen. Ziel ist es, innerhalb des gesetzlich gesteckten Rahmens einen offenen, konstruktiven Dialog mit allen Interessengruppen zu führen.
Um die Entscheidungsprozesse innerhalb der TRATON GROUP zu unterstützen, wurden die folgenden zentralen Interessengruppen identifiziert, die im Kontext der Nachhaltigkeit von besonderer Relevanz sind: Kunden, Mitarbeiter, Gesellschaft und Medien, Investoren, Wissenschaft und Experten, Geschäftspartner und Lieferanten inklusive Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, Politik und Verbände, NGOs und NPOs sowie Anwohner, Gemeinden und lokale Behörden.
Die Einbeziehung dieser Interessengruppen soll einen offenen Dialog fördern und durch eine Vielzahl von Prozessen wie Feedback-Mechanismen, Kooperationsinitiativen und transparente Kommunikationskanäle Vertrauen aufbauen. So werden beispielsweise die europäischen Mitarbeiter durch den Betriebsrat der TRATON GROUP eingebunden, um einen kontinuierlichen Austausch von Perspektiven über verschiedene Regionen hinweg zu bewirken. Die Investoren werden durch die Jahreshauptversammlung, Investorengespräche und Kapitalmarkttage informiert und einbezogen. Diese Plattformen bieten Transparenz und die Möglichkeit zur Erläuterung der strategischen Prioritäten. Generell werden Umfragen und Partnerschaften genutzt, um Erkenntnisse zu sammeln und Wissen zwischen den einzelnen Interessengruppen zu teilen, während die aktive Teilnahme an Allianzen und Netzwerken den Austausch von Fachwissen und innovativen Lösungen fördert. Durch die Einbeziehung der Perspektiven der Interessenträger in die Entscheidungsfindung und eine offene, kontinuierliche Kommunikation stellt TRATON sicher, dass Strategien sowohl integrativ als auch auf die sich entwickelnden gesellschaftlichen und ökologischen Prioritäten abgestimmt sind. Die Häufigkeit der Einbeziehung von Interessenträgern hängt von der jeweiligen Interessengruppe und dem Format der Einbeziehung ab. Einige werden regelmäßig durchgeführt, während andere von bestimmten politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Ereignissen abhängen. Zweck ist es, einen Austausch in beide Richtungen zu pflegen und Erkenntnisse über die Interessen und Ansichten der Interessengruppen zu gewinnen. Diese fließen wiederum in den Strategieprozess ein und tragen in der Folge über die verantwortlichen Funktionen, Arbeitsgruppen und Ausschüsse zu etwaigen Änderungen an der kontinuierlichen Weiterentwicklung des TRATON-Geschäftsmodells bei. Auf diese Weise werden auch die obersten Führungsgremien des Konzerns über Ansichten und Interessen der Interessenträger informiert.
Durch diesen Prozess werden die Nachhaltigkeitsstrategie, die begleitenden Prozesse und Leitlinien direkt von den Nachhaltigkeitsinteressen der Interessenträger beeinflusst. TRATON plant die weitere Ausarbeitung von Leitlinien und Maßnahmen für das Nachhaltigkeitsmanagement, die durch die von der verantwortlichen Funktion durchgeführten Prozesse zur Einbeziehung der Interessenträger integriert werden. Die Einbindung der Erwartungen von Interessenträgern in den DMA-Prozess wird im Abschnitt Methodik und Prozess beschrieben.
Ein Human Rights Salience Assessment aus dem Jahr 2024 lieferte wichtige Einblicke in die Interessen, Ansichten und Rechte der Arbeitskräfte von TRATON, der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und der betroffenen Gemeinschaften. Das Salience Assessment konzentrierte sich auf die Bereiche, die vom TRATON-Geschäftsmodell betroffen sind, und zeigte Möglichkeiten auf, die negativen Auswirkungen zu mildern und Werte für die Menschen und die Gesellschaft zu schaffen. Es dient auch als Grundlage für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und insbesondere der Joint-Impact-Area-Menschenrechte. Dabei wird sichergestellt, dass die Ansichten, Interessen und Rechte aller Mitarbeiter, einschließlich der bei TRATON beschäftigten Mitarbeiter sowie der in der Lieferkette beschäftigten Arbeitnehmer (siehe Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette), und der betroffenen Gemeinschaften in der Strategie berücksichtigt werden (siehe Verkehrssicherheit und Betroffene Gemeinschaften).
Neben ihrem Beitrag zur Bewertung materieller IROs hat das Human Rights Salience Assessment auch indirekt die Nachhaltigkeitsstrategie und das Geschäftsmodell von TRATON beeinflusst. Da diese Salience-Bewertung kursorisch durchgeführt wurde und es 2025 keine größeren Änderungen am Geschäftsmodell oder an der Geschäftstätigkeit des Unternehmens gegeben hat, haben wir das Human Rights Salience Assessment aus 2024 weiterverwendet.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Die TRATON GROUP hat die strategischen und operativen Grundlagen geschaffen, um ihr Geschäftsmodell an die klimabedingten Risiken und Chancen anzupassen. Im Rahmen ihrer Dekarbonisierungsstrategie hat die TRATON GROUP Maßnahmen definiert, die 2025 implementiert wurden und auch zukünftig umgesetzt werden. Einzelheiten können dem Abschnitt Dekarbonisierung entnommen werden. Auch wenn für das Berichtsjahr noch keine messbaren Auswirkungen vorliegen, sollen diese Maßnahmen das interne Bewusstsein und die Bereitschaft innerhalb des Konzerns erhöhen.
Durch eine kontinuierliche Überwachung der Entwicklung von Vorschriften, technologischen Trends und der Erwartungen der Interessenträger stellt die TRATON GROUP sicher, dass ihre Strategie passend und aktuell bleibt. Dazu gehören die regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen, der Investitionsplanung und der betrieblichen Abläufe. Mit diesen Mechanismen kann der Konzern sein Geschäftsmodell flexibel an die sich entwickelnden Pfade der Klimatransformation sowie an die Anforderungen des Nutzfahrzeugsektors ausrichten.
2025 hat die TRATON GROUP im Rahmen ihrer DMA wesentliche IROs ermittelt. Diese IROs sind durch strukturierte Governance- und Nachhaltigkeitsprozesse in die Strategie und das Geschäftsmodell des Konzerns integriert. Der folgende Abschnitt beschreibt die aktuellen und erwarteten Auswirkungen dieser IROs, die geplanten Maßnahmen des Konzerns und wie sich diese Auswirkungen auf Menschen und Umwelt entlang der Wertschöpfungskette niederschlagen.
Im Berichtsjahr wurden anhand der DMA drei wesentliche Risiken (siehe Dekarbonisierung, Eigene Belegschaft und Unternehmenskultur) ermittelt, von denen keines zu signifikanten negativen oder positiven Auswirkungen auf die Finanzlage der TRATON GROUP geführt hat.
Für die Zukunft geht TRATON davon aus, dass Initiativen im Zusammenhang mit Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft künftige Investitionsentscheidungen und Produktentwicklungen beeinflussen können. Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass die Bedeutung bestimmter IROs im Laufe der Zeit durch regulatorische Änderungen und sich verändernde Erwartungen der Interessenträger zunehmen wird. Zu den wichtigsten strategischen Hebeln gehören unter anderem die Elektrifizierung, die Nutzung erneuerbarer Energien, die Reduzierung von Ressourcenverbrauch und Abfall und die Sorgfaltspflicht im Bereich der Menschenrechte. Die Beobachtung des Fortschritts sowie die Festlegung von Zielen erfolgen derzeit auf Markenebene und nicht auf Konzernebene.
Die von der TRATON GROUP identifizierten materiellen Auswirkungen betreffen sowohl die Menschen als auch die Umwelt entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Auswirkungen werden bei der strategischen Planung des Konzerns berücksichtigt und fließen in die Nachhaltigkeitsstrategie ein. Aus der Sicht der Menschen berücksichtigt der Konzern die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für seine Arbeitskräfte sowie für die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette. Der Umgang mit diesen Auswirkungen ist für das Geschäftsmodell von TRATON von grundlegender Bedeutung: Sichere und faire Arbeitsbedingungen sind die Voraussetzung für qualifizierte Arbeitskräfte, die wiederum für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation unerlässlich sind (siehe Arbeitskräfte des Unternehmens – Ansatz und Konzepte). Wesentliche Risiken wie Fluktuation und Sicherheitsfragen werden durch konzernweite Richtlinien und gezielte Maßnahmen adressiert (siehe Arbeitskräfte des Unternehmens – Maßnahmen). Somit sind die Auswirkungen auf die Belegschaft in die Nachhaltigkeits-Governance und die strategische Entscheidungsfindung integriert (siehe Nachhaltigkeits-Governance und Doppelte Wesentlichkeitsanalyse). Darüber hinaus spielt die Verkehrssicherheit eine zentrale Rolle: Sie schützt das Leben und die Gesundheit der Verkehrsteilnehmer und gewährleistet die sichere Beförderung wirtschaftlicher Güter. Für TRATON bedeutet Verkehrssicherheit, gesellschaftliche und wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Sie ist daher integraler Bestandteil der Fahrzeugentwicklung.
Zudem bestehen Menschenrechtsbelange in der Beschaffung sowie Auswirkungen auf die Gemeinschaft, die sich aus dem Geschäftsbetrieb und der Verwendung von Produkten ergeben. Unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes ist sich die TRATON GROUP bewusst, dass die Verwendung ihrer Produkte, der Ressourcenverbrauch, die mit der Produktion und Logistik verbundenen Umweltbelastungen sowie die Abfallerzeugung zu Treibhausgas-Emissionen führen und den Verlust der biologischen Vielfalt möglicherweise begünstigen können. Diese wesentlichen Auswirkungen stehen in engem Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens, die Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und Menschenrechte in den Vordergrund stellt. Die Erkenntnisse aus der DMA fließen in die Produktinnovation, das Lieferkettenmanagement und in die Einbeziehung der Interessenträger ein. Wirkungsanalysen werden über kurz-, mittel- und langfristige Planungshorizonte hinweg durchgeführt, um sicherzustellen, dass strategische Entscheidungen an den Nachhaltigkeitszielen ausgerichtet werden.
Nachhaltigkeits-Governance
Prozess des Nachhaltigkeitsmanagements
Bei der TRATON GROUP sind das Management und die Überwachung der IROs in einen strukturierten und funktionsübergreifenden Steuerungsrahmen eingebettet, mit dem Verantwortlichkeit, Integration und kontinuierliche Verbesserungen über alle Marken und internen Funktionen hinweg sichergestellt werden.
Spezielle Kontrollen und Verfahren für das Management von IROs: TRATON wendet ein Nachhaltigkeitsmanagementmodell an, das aus fünf miteinander verbundenen Schritten besteht, mit denen die Identifizierung, das Management und die Integration von IROs gesteuert werden:
- Priorisieren und bekennen: Wesentliche IROs werden durch die Einbeziehung der Interessenträger und Wesentlichkeitsanalysen identifiziert. Diese bilden die Grundlage für strategische Verpflichtungen und Aktionspläne sowohl auf Konzern- als auch auf Markenebene. Maßnahmen, Anforderungen und Ziele werden auf der Grundlage der ermittelten Prioritäten festgelegt. Diese orientieren sich an globalen Rahmenwerken wie der Science Based Targets Initiative (SBTi), für die bereits validierte Klimaziele für Scania und MAN existieren. Feedbackschleifen ermöglichen Anpassungen und Verbesserungen auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse.
- Planen: Spezielle Kontrollen und Verfahren dienen als Leitfaden für die Festlegung gezielter Maßnahmen, Anforderungen und Ziele. Diese sind sowohl auf marken-spezifische als auch auf konzernweite Bedürfnisse zugeschnitten und stellen die Ausrichtung auf strategische Nachhaltigkeitsziele sicher. Das Management des Konzerns begleitet die Festlegung von Nachhaltigkeitszielen und deren Fortschritt durch wöchentliche Sitzungen der Sustainability Leadership Group, der der Chief Sustainability Officer und die Nachhaltigkeitsbeauftragten der einzelnen Marken angehören. Funktionsübergreifende Zusammenarbeit in den Joint Impact Areas (Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, Menschenrechte) dient als Leitfaden für die Ressourcenallokation und den strategischen Fokus.
- Integrieren: Nachhaltigkeitsaspekte sind in allen Funktionen wie Produktentwicklung, Beschaffung, Personalwesen und Strategie in die operative und strategische Entscheidungsfindung eingebettet, um sicherzustellen, dass IROs als Teil der Kerngeschäftsaktivitäten gesteuert werden.
- Überwachen und lernen: Governance-Strukturen innerhalb jeder Funktion unterstützen kontinuierliches Lernen und Leistungsverfolgung. Governance-Strukturen auf Markenebene stellen sicher, dass die Nachhaltigkeitsziele kontextbezogen, relevant und operativ verankert sind. Überwachungsmechanismen innerhalb jeder Funktion verfolgen den Fortschritt gegenüber den festgelegten Zielen und lassen ihn in die Berichterstattung auf Konzernebene und in die Optimierung der Strategie einfließen. Dieser integrierte und kollaborative Ansatz stellt sicher, dass die IROs nicht isoliert betrachtet werden, sondern Bestandteil der Transformation von TRATON hin zu einem nachhaltigen Transportgeschäft sind.
- Kommunikation ermöglichen: Eine transparente interne und externe Kommunikation stärkt die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen bei den Interessenträgern. Dazu gehören Berichterstattungsmechanismen, die einen offenen Dialog und die Verantwortlichkeiten innerhalb der gesamten Organisation fördern.
Die Steuerung von Nachhaltigkeitsthemen und IROs, die im Rahmen der DMA identifiziert wurden, wird durch verschiedene Gremien, Arbeitsgruppen und Berichtsströme organisiert. So sollen eine abgestimmte Vorgehensweise und die Einbeziehung aller relevanten Parteien sichergestellt werden. Die zentrale Nachhaltigkeitsfunktion bei TRATON berichtet über das TRATON Sustainability Board direkt an den Chief Executive Officer und die anderen Vorstandsmitglieder und ist für die Koordinierung des Nachhaltigkeitsmanagements bei TRATON verantwortlich. Die Entwicklung der TRATON-Nachhaltigkeitsstrategie ist eine funktionsübergreifende Aufgabe, deren Verantwortlichkeiten sowohl in mehreren zentralen TRATON-Funktionen als auch auf Ebene der Marken verankert sind.
- Das TRATON Sustainability Board (TSB) besteht aus dem Vorstand, dem Chief Purchasing Officer, dem Head of Production & Logistics, dem Chief Sustainability Officer der TRATON GROUP, den Nachhaltigkeitsverantwortlichen der Marken sowie dem Head of ESG der TRATON GROUP. Das TSB gibt die Richtung und das Ambitionsniveau vor und genehmigt Verpflichtungen, Gruppenziele und verbindliche Regelungen. Es überwacht zudem, wie die über die DMA identifizierten IROs gesteuert werden. Neue Initiativen, Maßnahmen und Verpflichtungen sowie die DMA werden vom TSB und auf Ebene der einzelnen Marken final genehmigt. Das TSB hielt 2025 vier Sitzungen ab und bewilligte insbesondere die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen resultierend aus der DMA. Die Ergebnisse des TSB wurden durch Sitzungsprotokolle dokumentiert, die vom Chief Executive Officer und Chief Sustainability Officer unterzeichnet werden.
- Die Sustainability Leadership Group (SLG) besteht aus den Nachhaltigkeitsverantwortlichen der TRATON GROUP und aller Marken. Die SLG fungiert als verantwortliche Schnittstelle zu den Nachhaltigkeitsfunktionen der Marken. Sie stimmt sich bei Entscheidungen mit den relevanten Konzern-, Unternehmens- und Markenfunktionen ab und kann unverbindliche Dokumente freigeben. Die SLG entwickelt alle Materialien für das TSB, informiert das TSB und setzt die vom TSB getroffenen Entscheidungen um. Fortschritte und Abweichungen werden fortlaufend auf Konzern- und Markenebene überprüft. Für die Umsetzung genehmigter Initiativen auf Markenebene sind die Marken selbst verantwortlich.
- Das Group Sustainability Alignment Meeting (GSAM) besteht aus den Nachhaltigkeitsverantwortlichen der TRATON GROUP und aller Marken sowie relevanter Vertreter aus TRATON-Funktionen. Alle Verpflichtungen, Handlungsfelder, Ziele, verbindliche und nicht verbindliche Regelungen werden im GSAM abgestimmt, bevor sie dem TSB vorgelegt werden. Diese Entscheidungen werden dann bei vierteljährlich stattfindenden TRATON Sustainability Network Meetings kommuniziert. Diese Treffen dienen als Instrument für den Informationsaustausch zu Nachhaltigkeitsthemen innerhalb des Konzerns. Weitere Informationen werden über relevante Kanäle wie das Intranet bekanntgegeben.
Gremien und Prozesse des Nachhaltigkeitsmanagements
Die Verantwortung für Nachhaltigkeit liegt ebenfalls beim Vorstand, während der Aufsichtsrat die entsprechenden Aktivitäten überwacht. Nach deutschem Recht sind Vorstand und Aufsichtsrat verpflichtet, bei unternehmerischen Entscheidungen eine Bewertung aller relevanten Aspekte vorzunehmen – einschließlich der Nachhaltigkeitsthemen. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Faktoren berücksichtigt und die Entscheidungen mit größter Sorgfalt getroffen werden. Andernfalls könnten Haftungsrisiken entstehen, da Entscheidungen ohne angemessene Bewertung als fehlerhaft angesehen werden könnten. Der Vorstand verpflichtet sich, diese Regeln einzuhalten und fundierte Entscheidungen zu treffen, die der TRATON SE und ihren Interessenträgern zugutekommen. Grundlegende Eckpfeiler der Unternehmensführung wie der Code of Conduct für Mitarbeiter und die damit verbundenen Verfahren werden unter ihrer Mitwirkung erstellt bzw. überwacht. Darüber hinaus wird der Prüfungsausschuss regelmäßig über den Fortschritt der CSRD-Berichterstattung informiert. Auf Grundlage der Diskussionen und Ergebnisse dieser Sitzungen informiert der Vorsitzende des Prüfungsausschusses dann direkt den Aufsichtsrat.
Neben der Nachhaltigkeitsmanagementstruktur spielt die Governance, Risk & Compliance (GRC)-Organisation eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung der Integrität innerhalb der TRATON GROUP. Diese Organisation wird vom Head of GRC/Chief Compliance Officer geleitet und berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden und den Prüfungsausschuss. Die GRC-Organisation beaufsichtigt Compliance, Integrität, Risikomanagement und Datenschutz im gesamten Konzern.
Übergreifende Konzepte für Nachhaltigkeit
Die TRATON GROUP hat übergreifende Konzepte implementiert, die die Grundlage für die gesamten Managementprozesse bilden und für alle Nachhaltigkeitsthemen gelten. Diese Konzepte stellen einen konsistenten und integrierten Ansatz bei der Entscheidungsfindung zu wesentlichen Nachhaltigkeitsmaßnahmen in der TRATON GROUP sicher. Die übergreifenden Richtlinien und Konzepte werden in den folgenden Abschnitten beschrieben. Ergänzend dazu werden Konzepte berücksichtigt, die sich auf spezifische Nachhaltigkeitsthemen beziehen. Diese themenspezifischen Konzepte sind in den jeweiligen Abschnitten zu den Themen innerhalb dieses Nachhaltigkeitsberichts detailliert dargestellt.
Allgemeiner Prozess für Konzepte der TRATON GROUP
TRATON hat einen Prozess für die Entwicklung, Implementierung und Überwachung von Konzepten auf Konzernebene eingeführt. Dieser Prozess gilt für alle in diesem Bericht beschriebenen Konzernkonzepte, die klar als solche gekennzeichnet sind. Bei anderen Konzepten, z.B. Leitlinien oder Rahmenwerke, werden deren individuelle Prozesse separat beschrieben.
Konzernkonzepte regeln wesentliche Themen, um Mitarbeiter und die Organisation zu schützen, Risiken zu vermeiden, aber auch den Ruf und das Vermögen des Konzerns zu sichern. Themen, die nicht in eine dieser Kategorien fallen, können durch andere Arten von Konzepten oder Prozessen gesteuert werden.
Ab 2025 und auf Grundlage des neuen Konzernkonzepts Policy Management ist es möglich und vorgesehen, gemeinsame Konzernkonzepte einzuführen, die für alle TRATON-Marken und -Gesellschaften gelten. Policy Management verlangt die verpflichtende Einbeziehung aller Marken auf der Grundlage eines Co-Creation-Ansatzes. Die jeweiligen Markenverantwortlichen bringen die Perspektiven ihrer Marken ein und stimmen sich mit weiteren Interessenträgern innerhalb ihrer Marken ab.
Sobald ein neues Konzernkonzept erstellt und hinsichtlich der geltenden Qualitätsstandards geprüft wurde, wird dieses dem TRATON Policy Committee vorgelegt, um die hinreichende Einbeziehung der Marken und die Erfüllung der Qualitätsstandards abzuschließen. Diese Vorabgenehmigung berechtigt zur Beantragung der finalen Genehmigung durch den Vorstand der TRATON SE als höchste Instanz für die Umsetzung des Konzepts. Nach Genehmigung wird das jeweilige Konzept durch die zuständigen Koordinatoren im TRATON-Intranet veröffentlicht. Diese Koordinatoren leiten die genehmigten Dokumente an die entsprechenden Stellen auf Markenebene oder auf Ebene der einzelnen Gesellschaften weiter und geben die Umsetzung innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens vor. Sofern es zur Sicherstellung der Umsetzung oder Einhaltung erforderlich ist, werden Schulungen und Anleitungen für die jeweiligen Zielgruppen angeboten. Gegebenenfalls veröffentlichen die Koordinatoren des Konzepts der Marken gleichwertige Konzepte zu dem jeweiligen Thema und berichten TRATON vierteljährlich über den Stand der Umsetzung.
Anstelle der allgemeinen Konzepte der TRATON GROUP können die ausschließlich direkt für die TRATON SE geltende Unternehmensrichtlinien erlassen werden. Diese legen Mindeststandards und Anforderungen für die TRATON-Marken und -Gesellschaften fest. Die TRATON-Marken setzen die Anforderungen um, indem sie eigene Leitdokumente erlassen oder die Unternehmensrichtlinien der TRATON SE übernehmen. Bei Bedarf können die Marken auch weitere markenspezifische Leitdokumente erlassen, die für ihre Tochtergesellschaften gelten.
Die Verantwortlichen sind nach Policy Management verpflichtet, ihre Konzernkonzepte regelmäßig im Hinblick auf einen möglichen Aktualisierungsbedarf zu überprüfen. Falls sich relevante Parameter ändern, erfolgen zusätzliche Beurteilungen, ob eine Änderung bestehender oder die Einführung neuer Konzepte erforderlich ist. Die Konzernrevision führt auf der Grundlage ihrer Bewertungen und Planungen Audits zu bestimmten Themen oder Prozessen durch. Für solche Prüfungen werden die geltenden Konzepte und die zugehörigen Leitdokumente herangezogen.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wurden die Konzepte zu Policy Management, Internen Untersuchungen und Nachhaltigkeitsmanagement als TRATON-Konzernkonzepte verabschiedet. Die Überarbeitung weiterer Konzepte zur Aufnahme in die TRATON-Konzernstandards befindet sich in Vorbereitung.
Übergreifende Konzepte
| Bezeichnung des Konzepts | Wichtige Inhalte und Ziele | Umfang | Verantwortliche Organisationsebene und Monitoring-Prozess | Verfügbarkeit des Konzepts für Interessenträger |
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| TRATON Nachhaltigkeitsmanagement (Konzernkonzept) | 2024 wurde mit der Entwicklung des Konzernkonzepts TRATON Nachhaltigkeitsmanagement begonnen; im Oktober 2025 erfolgte die Genehmigung durch den Vorstand. Es hat den Zweck, die TRATON GROUP in die Lage zu versetzen, für ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen und ‑ambitionen relevante Maßnahmen einzuleiten und Ergebnisse zu erzielen. Anhand dieses Konzepts kann TRATON Prioritäten setzen und gleichzeitig die Erwartungen und Anforderungen der Interessenträger erfüllen. Das Konzept definiert das Modell des Nachhaltigkeitsmanagements, die Governance-Struktur sowie die Rollen und Verantwortlichkeiten, um im Bereich der Nachhaltigkeit eine markenübergreifende Zusammenarbeit bei TRATON sicherzustellen. Der Natur des Konzepts zufolge verfügt das TRATON-Nachhaltigkeitsmanagement weder über ein definiertes Ambitionsniveau noch über eine Referenzperiode, von der aus Fortschritte gemessen werden. | TRATON GROUP | Die oberste Ebene der TRATON GROUP, die für dieses Konzept verantwortlich ist, ist der Chief Sustainability Officer. Zwar verfolgt TRATON derzeit nicht die Wirksamkeit dieses Konzepts, es bietet dennoch eine Grundlage für wirksames Handeln und Integration. | Zugänglich über das Intranet |
| TRATON Nachhaltigkeitsmanagement (Guideline) | Das Nachhaltigkeitsmanagement der TRATON GROUP ist darauf ausgelegt, durch die Verankerung von Nachhaltigkeit in den zentralen Geschäftsprozessen einen transformativen Wandel voranzutreiben. Es beginnt mit Priorisieren und Bekennen, wodurch die Organisation ihre wesentlichsten Auswirkungen und Risiken durch die fortlaufende Einbeziehung der Interessenträger und die DMA identifiziert. Auf dieser Grundlage geht TRATON konkrete Verpflichtungen ein. Die nächste Phase Planen konzentriert sich auf die Definition gezielter Maßnahmen, Anforderungen und Ziele, die sowohl markenspezifische als auch konzernweite Bedürfnisse berücksichtigen – und unterstützen, dass die geplanten Initiativen mit den strategischen Nachhaltigkeitszielen übereinstimmen. In der Phase Integrieren werden die formulierten Absichten in konkrete Handlungen überführt, indem die Verpflichtungen konsequent in den Arbeitsalltag eingebunden werden. So werden Teams im gesamten Unternehmen befähigt, Entscheidungen im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen zu treffen. Der Fortschritt wird in der Phase Überwachen und Lernen nachgehalten – gestützt auf bestehende Governance-Strukturen und das TRATON Sustainability Board, das die Leistung bewertet, Erkenntnisse ableitet und Strategien weiterentwickelt. Abschließend stärkt Kommunikation ermöglichen Transparenz und Vertrauen: durch offene interne und externe Berichterstattung – einschließlich eines umfassenden Nachhaltigkeitsberichts – als Eckpfeiler eines glaubwürdigen Managements. Zusammen bilden diese fünf Pfeiler ein widerstandsfähiges System, das Nachhaltigkeit nicht nur vorantreibt, sondern deren Potenzial für eine tiefgreifende, systemische Transformation freisetzt. Der Natur des Konzepts zufolge verfügt die TRATON-Nachhaltigkeitsmanagement-Guideline weder über ein definiertes Ambitionsniveau noch über eine Referenzperiode, von der aus Fortschritte gemessen werden. | TRATON GROUP | Die oberste Ebene der TRATON GROUP, die für diese Leitlinien verantwortlich ist, ist der Chief Sustainability Officer. Zwar verfolgt TRATON derzeit nicht die Wirksamkeit dieser Leitlinie, sie bietet dennoch eine Grundlage für wirksames Handeln und Integration. | Zugänglich über das Intranet |
| Code of Conduct für Mitarbeiter (Konzernkonzept) | Der Code of Conduct der TRATON GROUP für Mitarbeiter ist die ethische und wertebasierte zentrale Leitlinie für integres und regelkonformes Handeln im gesamten Konzern. Er dient als verbindlicher Rahmen für alle Mitarbeiter aller Funktionen in allen Unternehmen der TRATON GROUP weltweit. Der Code of Conduct für Mitarbeiter deckt ein breites Spektrum an Themen ab, darunter ethische Führung, Menschenrechte, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Korruptionsverbot, Produkt-Compliance, IT-Sicherheit und Umweltschutz. Alle Themen des Abschnitts Governance in diesem Nachhaltigkeitsbericht werden auch durch den Code of Conduct für Mitarbeiter geregelt. Die in allen Arbeitsbereichen und Funktionen getroffenen Entscheidungen müssen mit den Unternehmenswerten übereinstimmen und den geltenden nationalen und internationalen Gesetzen, Vorschriften und internen Selbstverpflichtungen entsprechen. Der Code of Conduct für Mitarbeiter befasst sich mit Menschenrechten, einschließlich Menschenhandel und Zwangs- oder Kinderarbeit. Jede Marke hat ihre markenspezifische Version, die den lokalen Anforderungen entspricht. | TRATON GROUP |
Die oberste Ebene der TRATON GROUP, die für dieses Konzept verantwortlich ist, ist der Vorstand. Der Code of Conduct für Mitarbeiter wird im Rahmen der standardisierten Prozesse des Konzerns überwacht. |
Zugänglich über die Website der TRATON GROUP. Die markenspezifischen Versionen sind auf den jeweiligen Websites der Marken zugänglich. |
| Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner (Konzernkonzept) | Das Konzept gilt als Grundlage für die erfolgreiche Abwicklung der Geschäftsbeziehungen zwischen der TRATON GROUP und ihren Partnern. Da die Lieferanten und Geschäftspartner der TRATON GROUP einen wesentlichen Anteil am Geschäftserfolg des Konzerns haben, erwarten wir von ihnen ein verantwortungsvolles Handeln, insbesondere in den Bereichen Menschenrechte, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Steuer- und Handelskonformität, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Im Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner hat die TRATON GROUP ihre Erwartungen und Anforderungen an Haltung und Verhalten in unternehmerischen Aktivitäten klar definiert. Die Nachhaltigkeitsanforderungen im Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner beruhen auf verschiedenen internationalen Standards, darunter der UN Global Compact, die OECD-Leitsätze, die ILO-Konventionen und die Guiding Principles der Drive Sustainability Initiative. Die TRATON GROUP hält sich auch an international vereinbarte Standards wie die Grundsatzerklärung der Menschenrechte. Der Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner befasst sich mit der Sicherheit von Arbeitnehmern, dem Menschenhandel und dem Einsatz von Zwangs- oder Kinderarbeit. Es wurde kein Ambitionsniveau definiert. Jede Marke hat ihre markenspezifische Version, die den lokalen Anforderungen entspricht. | Der Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner gilt für alle Lieferanten (d.h. alle Vertragspartner, die die TRATON GROUP mit Waren, Materialien oder Dienstleistungen beliefern) sowie für Vertriebs- und Servicepartner und andere B2B-Partner, die mit der TRATON GROUP Geschäfte machen. | Die oberste Ebene der TRATON GROUP, die für dieses Konzept verantwortlich ist, ist der Vorstand. Um die Wirksamkeit des Konzepts zu überwachen, behalten sich die Marken der TRATON GROUP das Recht vor, die Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen regelmäßig, stichprobenartig oder zu bestimmten Anlässen und mit geeigneten und angemessenen Mitteln vor der Vergabe eines neuen Auftrags und während der gesamten Geschäftsbeziehung zu überprüfen. Einige der damit zusammenhängenden Maßnahmen sind im Abschnitt Responsible Supply Chain System beschrieben. | Zugänglich über die Website der TRATON GROUP. Die markenspezifischen Versionen sind auf den jeweiligen Websites der Marken zugänglich. |
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Allgemeiner Ansatz für die doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung der TRATON GROUP stützt sich auf eine DMA nach den Vorgaben der ESRS. Die TRATON Group hat ihre DMA 2025 überarbeitet. Sie wurde auf Konzernebene und in enger Zusammenarbeit mit allen Marken durchgeführt, wobei zwischen Konzern- und Markenmaterialität unterschieden wurde, um zu einem abgestimmten Ergebnis zu gelangen. Die DMA wurde in Übereinstimmung mit der TRATON-Nachhaltigkeits-Governance genehmigt. Dadurch wurde eine Überprüfung und Verifizierung durch alle Hierarchieebenen sichergestellt. Nach der Prüfung durch die Sustainability Leadership Group wurde sie im Group Sustainability Alignment Meeting vorgestellt und schließlich vom TRATON Sustainability Board genehmigt. In den kommenden Jahren wird die Analyse im Einklang mit Best Practices und neuen Leitlinien zu Nachhaltigkeitsthemen weiterentwickelt. Die als wesentlich identifizierten IROs für die Geschäftstätigkeit und die Wertschöpfungskette von TRATON wurden den Angabepflichten der themenbezogenen ESRS zugeordnet, um die erforderlichen Informationen für die Berichterstattung 2025 zu bestimmen. Für wesentliche IROs, die unter einen themenbezogenen Standard fallen, werden Informationen gemäß ESRS offengelegt, während für unternehmensspezifische Themen die Mindestangabepflichten als Grundlage für die Berichterstattung zu Konzepten, Maßnahmen, Zielen und Kennzahlen herangezogen werden. Das Verzeichnis der ESRS-Angabepflichten, die von diesem Nachhaltigkeitsbericht abgedeckt sind, ist in Abschnitt Angabepflichten, die im Geschäftsbericht 2025 der TRATON GROUP enthalten sind, dargestellt.
Die aktualisierte DMA führte zu keinen wesentlichen Änderungen. Sie brachte jedoch Anpassungen der wesentlichen Themen innerhalb des ESG-Standards mit sich. Diese Verschiebung ist in erster Linie auf eine höhere Wesentlichkeitsschwelle im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Weitere Einzelheiten sind im Abschnitt Methodik in diesem Abschnitt zu finden. Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen, die weitere Unterthemen umfassen, werden zusammen mit den jeweiligen IROs in den Abschnitten Umwelt, Soziales und Governance dieses Berichts dargestellt.
Wesentliche Themen von TRATON
Die TRATON GROUP hat in ihrer DMA die Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft sowie die mit der Nachhaltigkeit verbundenen finanziellen Risiken, denen sie ausgesetzt ist, und die Chancen, die sie nutzt, ermittelt und bewertet. Insgesamt wurden 24 IROs als wesentlich bewertet, darunter vier positive Auswirkungen, 17 negative Auswirkungen, drei Risiken und keine Chancen. Das Ergebnis der DMA ist in der folgenden Abbildung Übersicht über wesentliche Themen dargestellt.
Übersicht über wesentliche Themen
In Bezug auf Umweltthemen hat die DMA bestätigt, dass Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, Umweltverschmutzung sowie biologische Vielfalt und Ökosysteme für TRATON wesentlich sind. Im Bereich Dekarbonisierung wurden zwei Unterthemen identifiziert, die wesentliche Auswirkungen haben – eines im Bereich Klimaschutz und ein weiteres im Bereich Energie. Die Bewertung der physischen klimabedingten Auswirkungen auf die Vermögenswerte der Gesellschaft stützte sich auf eine umfassende Analyse über mehrere Zeithorizonte hinweg, um die potenziellen Effekte des Klimawandels zu beurteilen. Zusätzlich wurde ein Übergangsrisiko im Zusammenhang mit dem Klimaschutz erkannt. Anders als im Vorjahr wurde die Anpassung an den Klimawandel nicht als wesentlich eingestuft.
In Bezug auf Kreislaufwirtschaft wurden im Rahmen der DMA drei unterschiedliche Auswirkungen identifiziert: eine im Zusammenhang mit Ressourcenzuflüssen, eine im Hinblick auf Ressourcenabflüsse und eine im Zusammenhang mit Abfall.
Im Bereich Umweltverschmutzung wurden drei wesentliche Auswirkungen festgestellt: zwei im Zusammenhang mit Luftverschmutzung und eine im Zusammenhang mit besonders besorgniserregenden Stoffen (Substances of very high concern, SVHC). Im Vorjahr wurden Wasserverschmutzung sowie Mikroplastik ebenfalls als wesentlich identifiziert. Nach der Neubewertung im Rahmen der DMA im Berichtsjahr wurde jedoch festgestellt, dass diese Themen zwar weiterhin eine Rolle spielen, für TRATON jedoch keine wesentlichen Themen darstellen.
Im Bereich biologische Vielfalt und Ökosysteme wurde eine einzelne Auswirkung ermittelt, die mit direkten Einflussfaktoren bezogen auf den Verlust an biologischer Vielfalt verbunden ist.
Bezogen auf soziale Themen bestätigte die Analyse, dass die Arbeitskräfte des Unternehmens, Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sowie betroffene Gemeinschaften wesentliche Themen für die TRATON GROUP darstellen. Die meisten wesentlichen Themen in diesen Kategorien sind hinsichtlich der Auswirkungen relevant. Darüber hinaus stellen jedoch Arbeitnehmerfluktuation, Produktivitätsverluste und Sicherheitsprobleme der eigenen Arbeitskräfte aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen ein wesentliches Risiko für TRATON dar. Für das unternehmensspezifische Thema Verkehrssicherheit wurden mit der DMA zwei Auswirkungen als wesentlich ermittelt: Verletzungen durch Verkehrsunfälle als wesentliche negative Auswirkung und erhöhte Sicherheitsmerkmale und Fahrerschulungen als wesentliche positive Auswirkung. Das Unterthema der sonstigen arbeitsbezogenen Rechte und Privatsphäre wurde bei der DMA-Neubewertung 2025 im Gegensatz zum Vorjahr nicht als wesentliches Thema eingestuft.
Bei den Governance-Themen bestätigte die DMA die Wesentlichkeit der Kategorien Unternehmenskultur, Korruption und Bestechung, Schutz von Hinweisgebern sowie politisches Engagement. Nach der Neubewertung im Rahmen der DMA im Berichtsjahr wurde jedoch festgestellt, dass das Management von Lieferantenbeziehungen, einschließlich Zahlungspraktiken, zwar relevant ist, jedoch nicht die Wesentlichkeitsschwelle für TRATON erreicht.
Die meisten wesentlichen Themen sind als Auswirkung relevant, wobei lediglich das finanzielle Risiko durch verringerte Produktivität, abnehmende Effizienz und höhere Arbeitnehmerfluktuation infolge einer negativen Unternehmenskultur als wesentlich eingestuft wurde. Angesichts der globalen Aktivitäten der TRATON GROUP und ihrer Rolle als internationaler Nutzfahrzeuganbieter ist diese Liste nicht abschließend. Sie hebt die Bereiche hervor, in denen TRATON den größten Einfluss auf Menschen und Umwelt haben könnte, sowie jene Bereiche, in denen der Konzern den bedeutendsten finanziellen Risiken oder Chancen ausgesetzt ist.
Methodik und Prozess
Methodik
Die TRATON GROUP hat eine DMA ihrer Geschäftstätigkeit und Wertschöpfungskette durchgeführt, bei der sowohl interne als auch externe Perspektiven von Interessenträgern Berücksichtigung fanden. Der Prozess umfasste Desktop-Recherchen, Workshops mit Experten sowie die Einbeziehung der Interessenträger über Interviews. Zu den internen Interessenträgern zählten interdisziplinäre Experten aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung und Governance im gesamten Konzern. Externe Perspektiven flossen durch Desktop-Recherchen sowie die Analyse relevanter Berichte und Artikel mit ein. Wesentliche IROs wurden mithilfe eines strukturierten Scoring-Modells anhand von Eintrittswahrscheinlichkeit, Schweregrad und finanzieller Relevanz beurteilt. 2024 hat die TRATON GROUP im Rahmen ihres ersten ESRS-Berichtszyklus einen konservativen Ansatz für die DMA gewählt. Nach einem sorgfältigen Benchmarking mit anderen Unternehmen der Branche, der Konsultation externer Experten und der Berücksichtigung neuer gesetzlicher Anforderungen hat TRATON im Berichtsjahr beschlossen, den Schwellenwert für die Wesentlichkeit anzuheben. Diese Anpassung spiegelt eine gezieltere und solidere Bewertung wider, die es der TRATON GROUP ermöglicht, sich auf die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen zu konzentrieren. Die Erhöhung des Schwellenwerts führte nicht zu Änderungen im DMA-Verfahren selbst.
Für Endkunden wurden keine IROs identifiziert, da im Rahmen des B2B-Geschäftsmodells des Konzerns Logistikdienstleistungen an Kunden erbracht werden, die nicht als Verbraucher bzw. Endnutzer im Sinne der ESRS definiert sind.
Um die Verlässlichkeit der Analyse sicherzustellen, wurden strenge Kontrollmechanismen eingeführt: Die Dokumentation wurde sicher gespeichert, der Zugriff beschränkt und die vollständige Rückverfolgbarkeit sichergestellt. Zudem wurden die Ergebnisse durch Plausibilitätsprüfungen, die Abstimmung mit vorherigen Bewertungen und Branchenvergleichen sowie Experten-Reviews validiert. Dieser Ansatz stellt sicher, dass die Nachhaltigkeitsstrategie der TRATON GROUP auf Informationen von Interessenträgern beruht und datengesteuert ist.
Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen
Um die Wesentlichkeit potenzieller und tatsächlicher Auswirkungen zu bewerten, wurden Scores für das Auswirkungsrisiko auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeit und Schweregrad berechnet. Die Wahrscheinlichkeit jeder Auswirkung wurde auf einer Skala von 2 bis 10 eingestuft, wobei 2 für eine unwahrscheinliche und 10 für eine sehr wahrscheinliche oder tatsächliche Auswirkung steht. Der Schweregrad ergab sich aus dem Mittelwert des Ausmaßes und Umfangs sowie im Falle negativer Auswirkungen aus möglichen Abhilfemaßnahme bezogen auf die Auswirkungen. Die Bewertungsstufen für den Schweregrad waren 0, 2, 3, 5 und 10, wobei 10 den schwerwiegendsten Faktor darstellt (d.h. sehr großes Ausmaß, globaler/gesamter Umfang und nicht behebbar/umkehrbar). Im Allgemeinen wurde eine Auswirkung als wesentlich eingestuft, wenn das Produkt aus ihrem Schweregrad und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit einen Risikowert von über 25 ergab – eine Erhöhung gegenüber dem Schwellenwert von 20 im Vorjahr.
Um die finanzielle Wesentlichkeit potenzieller Risiken und Chancen für die TRATON GROUP zu bestimmen, wurden der oben beschriebene Wahrscheinlichkeitsfaktor, das Ausmaß der finanziellen Auswirkung und der Schweregrad des Reputationseffekts bewertet. Dabei wird das Ausmaß grundsätzlich durch die Höhe des potenziellen Verlusts aus einem Risiko oder des Gewinns aus einer Chance bestimmt. Ausmaß und Reputationseffekt wurden in Kombination bewertet, wobei es für das Ausmaß fünf (0, 1, 3, 5 und 10) und für den Reputationseffekt vier Bewertungsstufen (0, 1, 5 und 10) gab. Mit einer Gewichtung von 75 % beeinflusste das Ausmaß die Beurteilung der Wesentlichkeit deutlich stärker als der Reputationseffekt. Die Summe der beiden Faktoren wurde mit dem Wahrscheinlichkeitsfaktor multipliziert. Das Ergebnis bestimmte schließlich die Wesentlichkeit. Finanzielle Wesentlichkeit wurde dann angenommen, wenn die Analyse einen Risikowert von über 25 ergab, was eine Erhöhung gegenüber dem Schwellenwert von 20 im Vorjahr darstellt. Generell stellen Bereiche mit größeren positiven und negativen Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen mit höherer Wahrscheinlichkeit auch höhere finanzielle Risiken und Chancen für die TRATON GROUP dar. Im Anschluss an die Betrachtung, welche Werte durch den Konfidenzwert weitere Inputs erfordern, wurden im letzten Schritt die Werte für die Wesentlichkeit der Auswirkungen und die finanzielle Wesentlichkeit miteinander verglichen.
Schnittstellen zwischen DMA und Enterprise Risk Management (ERM) wurden definiert, um die durch beide Prozesse gewonnenen Informationen zu kombinieren. Die in der DMA ermittelten IROs werden als Input für den ERM-Prozess verwendet. Die Ergebnisse des ERM-Prozesses werden bei der Aktualisierung der DMA berücksichtigt.
Doppelte Wesentlichkeit auf einen Blick
Bei der Bewertung der IROs wendet TRATON die Zeithorizonte gemäß ESRS 1 an – kurzfristig entspricht dem Berichtsjahr, mittelfristig einem Zeitraum von einem bis fünf Jahren. Langfristige, sich abzeichnende Auswirkungen und Risiken (über fünf Jahre hinaus) wurden ebenfalls identifiziert. Einige davon, beispielsweise die negativen Folgen des Klimawandels, sind auch langfristig wesentlich. Da die Auswirkungen jedoch bereits erkennbar sind, wurden sie als kurzfristige IROs berücksichtigt.
Zusätzliche Überlegungen zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse
Über den DMA-Prozess zur Identifizierung und Bewertung von IROs hinaus wurden für einige themenbezogene Standards zusätzliche Aspekte berücksichtigt.
Zur Identifizierung von IROs und Abhängigkeiten in Bezug auf Wasser- und Meeresressourcen sowie biologische Vielfalt und Ökosysteme hat die TRATON GROUP die Ergebnisse der Studie „The Current and Future Nature Risks of the Commercial Vehicles Industry“ des WWF Schweden (World Wildlife Fund) genutzt (siehe Biodiversität). 2024 hat die TRATON GROUP zudem ein Human Rights Salience Assessment durchgeführt, das im Rahmen der DMA berücksichtigt wurde, um die Auswirkung auf Menschenrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu beurteilen.
Über den Prozess zur Identifizierung und Bewertung von IROs hinaus hat die TRATON GROUP kein strukturiertes und vollständiges Screening ihrer Anlagen, Standorte und Geschäftsaktivitäten durchgeführt, um IROs in Bezug auf Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, Umweltverschmutzung sowie Wasser- und Meeresressourcen entlang ihrer Wertschöpfungskette zu identifizieren. Es wurde jedoch eine Analyse der physischen Klimarisiken für eigene Geschäftstätigkeiten unter einem Worst-Case-Szenario (SSP5-8.5) durchgeführt. Sie wurde gemäß den Vorgaben der EU-Taxonomie durchgeführt und erfüllte die Anforderungen der ESRS nicht vollumfänglich (siehe EU-Taxonomie). Potenzielle Risiken in der Lieferkette können nicht ausgeschlossen werden, da dieser Bereich in der EU-Taxonomie-Klimarisikoanalyse nicht berücksichtigt ist. Zudem enthält die aktuelle Analyse keine transitorischen Risiken.