Umwelt

    Die ökologische Verantwortung ist ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie der TRATON GROUP. Dieser Abschnitt behandelt vier Schwerpunktbereiche – Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft als Joint Impact Areas sowie Umweltverschmutzung und biologische Vielfalt. Er zeigt zudem auf, auf welche Weise der Konzern eine ressourceneffiziente, emissionsarme Zukunft anstrebt.

    Dekarbonisierung

    Die Unternehmensstrategie TRATON Way Forward (siehe An unsere Aktionäre) unterstreicht das Engagement für Nachhaltigkeit. Sie dient als Katalysator für Veränderungen in einem globalen Industrie- und Transportökosystem, das sich in einem kritischen Wandel befindet. Dies spiegelt sich in der Joint Impact Area Dekarbonisierung wider, mit der TRATON das Geschäftsmodell und das Produktdesign so umgestalten will, dass der Ausstoß von THG in der gesamten Wertschöpfungskette reduziert wird.

    Im Einklang mit dieser Strategie und den gesetzlichen Anforderungen bekennt sich die TRATON GROUP dazu, eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Zukunft des Verkehrs zu spielen, indem sie Innovationen für sauberere, nachhaltige Mobilitätslösungen vorantreibt. Dazu gehört nicht nur die Reduzierung von Emissionen, sondern auch das Setzen neuer Standards für Effizienz, Sicherheit und Kreislaufwirtschaft im Verkehrssektor. Das Erreichen dieser Ziele erfordert eine enge Zusammenarbeit mit Regierungen, Unternehmen, Kunden und anderen Interessengruppen. Strenge Vorschriften in der EU treiben den Wandel bereits voran, und TRATON setzt sich für Marktbedingungen ein, die die Dekarbonisierung des globalen Verkehrs unterstützen.

    Zum Berichtszeitraum hat die TRATON GROUP noch keine Klimaresilienzanalyse durchgeführt. Der Konzern befindet sich in einer Vorbereitungsphase, die darauf ausgerichtet ist, die notwendigen Grundlagen für einen strukturierten Ansatz zur Klimaresilienz zu schaffen.

    Im Rahmen der DMA hat TRATON wesentliche negative Auswirkungen und Risiken im Bereich Klimaschutz sowie Energie identifiziert. Der folgende Abschnitt erläutert die Herangehensweise des Konzerns zum Management dieser Auswirkungen, insbesondere hinsichtlich der Dekarbonisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

    Auswirkungen, Risiken und Chancen im Bereich Dekarbonisierung

    Nachhaltigkeitsthema IRO-Kategorie Zeithorizont Umfang Beschreibung
    Klimaschutz Tatsächliche negative Auswirkung  Kurzfristig  Vorgelagerte Wertschöpfungskette, eigene Geschäftstätigkeit und nachgelagerte Wertschöpfungskette Signifikanter Beitrag zum Klimawandel, insbesondere durch die Nutzungsphase der Produkte
    Risiko  Mittelfristig  Vorgelagerte Wertschöpfungskette, eigene Geschäftstätigkeit und nachgelagerte Wertschöpfungskette Finanzielle Risiken für das Geschäft im Zusammenhang mit CO2-Strafzahlungen, unzureichenden BEV-Stückzahlen und Marktanteilsverlusten
    Energie Tatsächliche negative Auswirkung Langfristig Vorgelagerte Wertschöpfungskette, eigene Geschäftstätigkeit und nachgelagerte Wertschöpfungskette Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen trägt zum Klimawandel bei.

    Ansätze und Konzepte

    Wesentliche IROs die sich speziell auf die Themen Klimaschutz und Energie beziehen, werden durch die unten beschriebenen Richtlinien und Konzepte gesteuert.

    Das Konzernkonzept TRATON-Nachhaltigkeitsmanagement und die TRATON-Nachhaltigkeitsmanagement-Guideline in Verbindung mit dem Prozess des Nachhaltigkeitsmanagements (siehe Prozess des Nachhaltigkeitsmanagements) beziehen sich auf die klimabezogenen finanziellen Übergangsrisiken für das Geschäft im Zusammenhang mit CO2-Strafzahlungen, unzureichenden BEV-Stückzahlen und Marktanteilsverlusten. Diese Konzepte und Leitlinien sowie der Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner beziehen sich darüber hinaus auf die tatsächliche negative Auswirkung der Transportindustrie, die insbesondere durch die Nutzung von TRATON-Produkten erheblich zum Klimawandel beiträgt.

    Der TRATON Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner sowie der der Marken fördern die Umsetzung wirksamer Maßnahmen zur Reduzierung von Luftemissionen (insbesondere von THG), die Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellen. Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit von Produkten und Dienstleistungen wird von Partnern erwartet, Emissionen entlang der Wertschöpfungskette aktiv zu verringern, beispielsweise durch einen verstärkten Einsatz fossilfreier Energiequellen. Auf Anfrage stellen Lieferanten, die TRATON direkt oder über die TRATON-Marken beliefern, produktspezifische Daten zum Energieverbrauch (MWh) sowie zu THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3 in CO2-Äquivalenten) bereit. Diese Daten ermöglichen es dem Konzern, seine Umweltkennzahlen weiter zu verbessern. Darüber hinaus werden Partner ermutigt, wissenschaftsbasierte Ziele und erneuerbare Energieziele im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen festzulegen und sich zu einer klimaneutralen Wirtschaft bis 2050 zu bekennen. Weitere Details zum Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner werden unten und im Abschnitt Übergreifende Konzepte erläutert.

    Zwei Rahmenwerke prägen die Dekarbonisierung von TRATON zusätzlich. Zum einen das Environmental Compliance Management System (ECMS), das sämtliche Aspekte ökologischer Nachhaltigkeit abdeckt, einschließlich Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft, Umweltverschmutzung und biologische Vielfalt, und somit auf alle Umwelt-IROs Bezug nimmt, sowie zum anderen die Richtlinien für erneuerbaren und fossilfreien Strom, die sich auf die tatsächliche negative Auswirkung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und deren Beitrag zum Klimawandel beziehen. Beide Rahmenwerke gelten für den gesamten Konzern und sind für alle davon betroffenen Interessenträger, die Mitarbeiter der TRATON GROUP, über das Intranet oder durch entsprechende Verteilung zugänglich. Die nachstehende Tabelle enthält weitere Informationen zu den Konzepten.

    Konzepte zur Dekarbonisierung

    Bezeichnung des Konzepts Wichtige Inhalte und Ziele Umfang Verantwortliche Organisationsebene und Monitoring-Prozess Verfügbarkeit des
    Konzepts für
    Interessenträger
    Weitere Informationen
    ECMS
    (Konzern-Konzept)
    Das ECMS leitet alle Gesellschaften der TRATON GROUP dazu an, das Umweltmanagement in allen Phasen ihrer Tätigkeiten und des Lebenszyklus ihrer Produkte und Dienstleistungen mit dem Ziel der Minimierung von Umweltauswirkungen anzugehen. Durch die Integration von Compliance-Aspekten in das Umweltmanagement stellt die TRATON GROUP die Konformität mit den geltenden Vorschriften sicher, deckt mögliches Fehlverhalten auf und beugt diesem in Zukunft vor. Das Konzept definiert die Mindest­anforderungen an die operativen Organisationen zur Umsetzung des ECMS und bietet gleichzeitig die Flexibilität, diese Anforderungen an die spezifischen Geschäftsanforderungen der Marken anzupassen. Sie umreißt, was für ein effektives Umweltmanagement erforderlich ist, ohne vorzuschreiben, wie es durchgeführt werden sollte. Auf diese Weise befähigt es jede Organisation, unabhängig von Größe, Standort, Tätigkeitsbereich oder Grad der Regulierung, Umweltaspekte und ‑risiken zu erkennen, zu bewerten und zu managen.
    Das Ambitionsniveau des ECMS liegt bei einer 100 %-igen Abdeckung aller TRATON-Gesellschaften innerhalb des allgemeinen Compliance-Rahmens des Konzerns. Als Referenzperiode für die Fortschritts­tmessung gilt das Jahr 2022.
    In Übereinstimmung mit dem risikobasierten Ansatz ist dieses Konzernkonzept in neun Kernprämissen unterteilt: Führung und Engagement, Verantwortung und Rechenschaftspflicht, Einhaltung von Vorschriften, Management von Umweltaspekten, ‑risiken und ‑chancen, Leistungsverbesserung, Bewusstsein und Kompetenz, Dialog mit den Interessenträgern, Leistungsbewertung und Umgang mit Verstößen.
    TRATON GROUP Die oberste Ebene der TRATON GROUP, die für dieses Konzept verantwortlich ist, ist der Vorstand. Das Konzept wird bei Bedarf überprüft und aktualisiert. Die Wirksamkeit des ECMS wird durch die Auswertung von Risiken, Vorfällen und Prüfungsergebnissen aus internen und externen Audits nach ISO 14001:2015 verfolgt. Diese Ergebnisse werden jährlich von den Marken berichtet und anschließend dem Vorstand der TRATON SE im Rahmen der jährlichen Managementbewertung vorgelegt. Zugänglich über das Intranet Dieses Konzept orientiert sich an international anerkannten Normen, z.B. ISO 14001:2015 und ISO 19011:2018, um die Einhaltung von Umweltauflagen während des gesamten Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen zu verbessern.
    Leitlinien für erneuerbare und fossilfreie Elektrizität Die Leitlinien für erneuerbare und fossilfreie Elektrizität beschreiben das Bekenntnis der TRATON GROUP zur Reduzierung der THG-Emissionen durch den Übergang zu erneuerbaren und fossilfreien Stromquellen in der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens. Erneuerbare Stromquellen wie Wind, Sonne, nachhaltige Wasserkraft, zertifizierte Biomasse, Geothermie und Meeresenergie sind danach zu bevorzugen. Die Kernenergie wird zwar als fossilfreie Option betrachtet, aber nur dann, wenn erneuerbare Optionen aufgrund wirtschaftlicher, infrastruktureller oder regulatorischer Einschränkungen nicht verfügbar sind. Das Konzept räumt der Stromerzeugung am Standort Vorrang ein, gefolgt von der Erzeugung außerhalb des Standorts durch Investitionen in erneuerbare Projekte und vertragliche Lösungen für die Beschaffung erneuerbarer Energien. Wo immer möglich, sollte Strom aus erneuerbaren Quellen aus demselben Verbundnetz bezogen werden, um die lokale Wirkung und Zuverlässigkeit der Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien zu erhöhen. Ausnahmen werden nur dann gemacht, wenn erneuerbare Energiequellen nicht zur Verfügung stehen. In diesem Fall kann nach vorheriger Absprache mit der TRATON-Energieabteilung vorübergehend auf Kernkraft zurückgegriffen werden.
    Das Konzept sieht weder ein festes Ambitionsniveau noch eine Referenzperiode zur Fortschrittsmessung vor.
    TRATON GROUP Die oberste Ebene der TRATON GROUP, die für diese Leitlinien verantwortlich ist, ist der Chief Sustainability Officer der TRATON GROUP.
    Die Leitlinien werden bei Bedarf überprüft und aktualisiert. Zu Überwachungszwecken und um die Wirksamkeit dieser Leitlinien zu verfolgen, ist ein einheitliches Berichtssystem für alle Standorte der Marken und der gesamten TRATON GROUP geplant. Die Einhaltung der Kriterien und die Transparenz werden durch Audits Dritter sichergestellt. Diese verhindern auch eine Doppelzählung von Attributen für erneuerbare Energien.
    Diese Leitlinien werden an alle TRATON-Marken verteilt und sollen in die übergreifende Nachhaltigkeits-dokumentation des Konzerns integriert werden. Die Kriterien für die Umsetzung dieser Leitlinien orientieren sich an dem Leitfaden für Treibhausgas-Emissionen nach Scope 2 des GHG-Protokolls und an den technischen Kriterien der Renewable Energy Initiative RE100. Zur Unterstützung der Umsetzung, insbesondere für regionale Betriebseinheiten, bietet die Nachhaltigkeits-Abteilung der TRATON GROUP direkte Anleitungen zur Auswahl und Beschaffung von erneuerbarem und fossilfreiem Strom.

    Maßnahmen

    Im Berichtszeitraum hat die TRATON GROUP keine spezifischen konzernweiten Maßnahmen, Ziele oder einen Klimatransitionsplan definiert. Der Hauptgrund besteht darin, dass der Konzern sich in einer Vorbereitungsphase befindet, in der der Schwerpunkt auf der Schaffung der notwendigen Grundlagen für eine wirkungsvolle Dekarbonisierung liegt. Dazu gehört die Identifizierung der zentralen Dekarbonisierungshebel – strategische Mechanismen, die die Wege zur Dekarbonisierung aufzeigen – über Marken und Betriebsbereiche hinweg, was für die Festlegung realistischer, faktenbasierter Ziele unerlässlich ist. Die Priorität für TRATON liegt bei der Erstellung eines soliden Plans, der glaubwürdige, umsetzbare und messbare Ziele für nachfolgende Berichtszeiträume ermöglicht. Für die definierten Hebel besteht derzeit weder ein festgelegter Anwendungsbereich noch ein verbindlicher Zeitrahmen oder Monitoring.

    THG-Fußabdruck der TRATON GROUP

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    TRATON hat Prognosen für die THG-Emissionen aus dem eigenen Geschäftsbereich (Scope 1 und 2) und der Nutzungsphase von Fahrzeugen (Scope 3, Kategorie 11) erstellt. Die Analyse zeigt, dass die Emissionen aus der Nutzungsphase mit etwa 97 % den überwiegenden Anteil an den Gesamtemissionen darstellen. Vor diesem Hintergrund ist die Elektrifizierung des Produktportfolios der zentrale Pfad zur Emissionsreduktion. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Gesamtemissionen zeigt, dass 76 % auf die Nutzungsphase von Lkw entfallen, 8 % auf die Nutzung von Bussen, 1 % auf die von Transportern und 12 % auf die Nutzung externer Motoren in Kundenanwendungen zurückzuführen sind. Umgekehrt machen die Emissionen aus der eigenen Geschäftstätigkeit nur 0,1 % der Gesamtemissionen aus, während die Aktivitäten in der Lieferkette 2 % beitragen.

    Obwohl der Fußabdruck aus dem eigenen Geschäftsbereich vergleichsweise gering ist (0,1 %), setzt sich TRATON dafür ein, diesen zu reduzieren. Die Emissionen werden systematisch an allen Standorten gemessen, wobei für jede Marke individuelle Fahrpläne entwickelt werden.

    Hebel im Bereich Dekarbonisierung der eigenen Geschäftstätigkeit

    Hebel Beschreibung
    Erneuerbarer Strom Die meisten europäischen Produktionsstandorte der TRATON GROUP beziehen bereits Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Für die verbleibenden Standorte wird der Umstieg auf erneuerbare Stromquellen in den kommenden Jahren geprüft.
    Elektrifizierung und erneuerbare Wärme Bei der Elektrifizierung und der Versorgung mit erneuerbarer Wärme gibt es verschiedene Konzepte, die vorhandenen fossilen Energieträger zu ersetzen. Je nach lokalem Bedarf kommen Geothermie, Biogas oder Wasserstoff in Betracht. Ein fester Zeitrahmen für die Umstellung aller TRATON-Standorte auf erneuerbare Energieträger für die Wärmeversorgung wurde noch nicht definiert.
    Elektrifizierung und Kraftstoffwechsel Darüber hinaus werden die Elektrifizierung und der Umstieg auf alternative Kraftstoffe für die unternehmenseigene Flotte der TRATON GROUP vorangetrieben.

    Etwa 97 % der CO₂-Emissionen der TRATON GROUP entstehen während der Nutzungsphase der Produkte. In diesem Zusammenhang konzentriert sich das Unternehmen auf drei Hebel: batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) als primäres und effektivstes Mittel zur Dekarbonisierung der Produktnutzung, energieeffiziente Verbrennungsmotoren sowie Lösungen auf Basis von Biokraftstoff und Biogas für Übergangs- und externe Anwendungen. Diese Technologien bilden die Grundlage der TRATON-Strategie zur Reduzierung der Emissionen in der Nutzungsphase.

    Hebel im Bereich Dekarbonisierung der Nutzungsphase

    Hebel Beschreibung
    Produktion von BEVs Die TRATON GROUP hat ihre Investitionen in die Entwicklung und Produktion von BEVs erhöht, um die Abhängigkeit von Dieselmotoren zu verringern. TRATON bringt eine breite Palette batterieelektrischer Lkw und Busse auf den Markt und konzentriert sich auf elektrische Lösungen für den Fernverkehr, die mit Schnellladefunktionen ausgestattet sind.
    Ein weiteres Ziel der TRATON GROUP ist die Senkung der Gesamtbetriebskosten für elektrische Lkw und Busse. Die Marken bieten Flottenbetreibern Beratungsdienste an. Damit werden die Kunden bei der Bewertung von betrieblichen Einsparungen durch BEVs, einschließlich der Reduzierung von Wartungs- und Kraftstoffkosten, unterstützt.
    Verbesserung der Energieeffizienz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor Durch die Verbesserung der Effizienz von Verbrennungsmotoren reduziert die TRATON GROUP den Kraftstoffverbrauch und die THG-Emissionen während des Übergangs zur vollständigen Elektrifizierung. Die TRATON GROUP entwickelt innovative Verbrennungstechnologien, um einen besseren Kraftstoffverbrauch und geringere Emissionen zu erreichen. Die fortschrittliche Technik und der Einsatz digitaler Lösungen zur Überwachung und Anpassung der Motorleistung in Echtzeit sowie die Optimierung des Kraftstoffverbrauchs auf Grundlage von Last und Topografie führen zu einer effizienteren Energienutzung und einer Minimierung der Emissionen. Diese Innovationen ermöglichen es der TRATON GROUP, eine unmittelbare Emissionsreduzierung durch eine verbesserte Effizienz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu erzielen, während das Unternehmen gleichzeitig den Weg in eine vollständig elektrische Zukunft vorantreibt.
    Ermöglichung der Nutzung von erneuerbaren Kraftstoffen Für die Nutzung von erneuerbaren Kraftstoffen entwickelt die TRATON GROUP entsprechende Motoren, die mit erneuerbaren Kraftstoffen wie Biodiesel und Biogas kompatibel sind. Diese Antriebe können im Vergleich zu herkömmlichen Dieselmotoren niedrigere CO2-Emissionen erreichen, sofern nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe verwendet werden.

    Auf die Lieferkette entfallen etwa 2 % der gesamten CO2-Emissionen der TRATON GROUP. Im Rahmen seiner Dekarbonisierungsstrategie setzt das Unternehmen in den Produktionsprozessen verstärkt recycelte Materialien ein. Der Konzern arbeitet mit unseren Lieferanten zusammen, um die Emissionen von Hotspot-Materialien zu reduzieren, die zusammen den Großteil der materialbedingten Emissionen ausmachen. Hotspot-Materialien, die durch eine Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA) auf Fahrzeugebene identifiziert wurden, machen bis zu 80 % der CO2-Emissionen der Lieferkette aus, die hauptsächlich aus Stahl, Aluminium, Gusseisen und Batteriezellen stammen. Bei der Reduzierung der eigenen Emissionen konzentriert sich TRATON auf Bereiche mit hohen Umweltauswirkungen, die durch LCA ermittelt wurden.

    Hebel im Bereich Dekarbonisierung der Lieferkette

    Hebel Beschreibung
    Verwendung von recyceltem Material in Hotspot-Materialien Recycelte Materialien benötigen bei ihrer Herstellung deutlich weniger Energie als neue Materialien. Durch die Integration dieser Materialien in die TRATON Fertigungsprozesse reduziert der Konzern unmittelbar den in seinen Fahrzeugen enthaltenen Kohlenstoff. Darüber hinaus verringern recycelte Inhaltsstoffe den Bedarf an Ressourcengewinnung, minimieren den Abfall und schaffen eine resilientere und nachhaltigere Lieferkette.
    Beschaffung von Materialien, die mit erneuerbarer Energie hergestellt werden Die Herstellung von Batterien, Stahl, Aluminium und Gusseisen ist energieintensiv. Durch die Beschaffung von Materialien, die mit erneuerbaren Energien hergestellt werden, kann die TRATON GROUP den in ihren Materialien enthaltenen Kohlenstoff erheblich reduzieren.

    Der Konzern arbeitet mit Interessenträgern innerhalb und außerhalb der Wertschöpfungskette zusammen, um die Transformation zur Elektromobilität zu beschleunigen. Dazu gehört der Ausbau der Ladeinfrastruktur durch Initiativen wie Milence und TRATON Charging Solutions, die darauf abzielen, öffentliche Ladestationen für Schwerlastfahrzeuge in der gesamten EU zugänglich zu machen. Für Langstrecken- und Schwerlastanwendungen ist ein robustes Ladenetzwerk unerlässlich. Die Aktivitäten werden flankiert durch strategische Partnerschaften, Direktinvestitionen und die Entwicklung neuer Technologien. Im Zusammenspiel ebnen diese Initiativen den Weg für eine nachhaltigere Zukunft im Transport.

    Hebel im Bereich Dekarbonisierung über Partnerschaften

    Hebel Beschreibung
    Partnerschaften für die Ladeinfrastruktur TRATON Charging Solutions konzentriert sich auf die Bereitstellung effizienter und zuverlässiger Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeugbetreiber. Das Netzwerk umfasst aktuell rund 150 Standorte und über 400 Ladepunkte in 19 europäischen Ländern. TRATON Charging Solutions ging 2023 eine Partnerschaft mit Hubject mit dem Ziel ein, die EU-Ladestandards zu vereinheitlichen, die Gebrauchstauglichkeit des Netzwerks für Flottenbetreiber zu verbessern und eine globale Skalierbarkeit zu ermöglichen.
    Darüber hinaus hat die TRATON GROUP in Zusammenarbeit mit Daimler Truck und der Volvo Group über ihr Joint Venture Milence ein Hochleistungsladenetz in Europa aufgebaut. Gemeinsame Investitionen in Höhe von 500 Mio € wurden bereitgestellt, um Hochleistungsladepunkte entlang aller wichtigen TEN-T-Korridore zu installieren– den multimodalen Fernverkehrsachsen des transeuropäischen Verkehrsnetzes –, die ermöglichen, dass die Entwicklung der Infrastruktur den Kundenbedürfnissen und der Marktentwicklung entspricht. Milence hat im Jahr 2023 in den Niederlanden seine erste Ladestation eröffnet. 2024 wurden weitere Ladestationen in Belgien, Deutschland, Frankreich und Schweden eingerichtet, gefolgt von Italien, Großbritannien und Spanien 2025. Zum Jahresende 2025 verfügte Milence über mehr als 30 Betriebsstätten in ganz Europa. Trotz der zunehmenden regulatorischen Unterstützung bleibt die Ladeinfrastruktur ein kritischer Engpass für den Übergang zu elektrischen Fahrzeugen.
    Grüne Korridore: Gemeinsam mit Partnern entwickelt TRATON spezielle Routen für batteriebetriebene schwere Nutzfahrzeuge, die durch eine robuste Ladeinfrastruktur und erneuerbare Energien unterstützt werden. TRATON hat ein Pilotprojekt in Brasilien gestartet und ein starkes Ökosystem von Partnern aufgebaut, um so das gesamte Spektrum an Fachwissen zur Verfügung stellen. Weitere Projekte im Zusammenhang mit grünen Korridoren sind u.a. in Mexiko, Kenia, Polen und Australien geplant.

    Im Berichtsjahr hat TRATON weiterhin Ressourcen für die Verringerung der CO2-Emissionen bereitgestellt, darunter Investitionen in die Batteriefertigung, die Umstellung der Fertigungslinien und die Entwicklung der Arbeitskräfte. Diese Initiativen sorgen für eine Ausweitung des TRATON-Portfolios an elektrifizierten Nutzfahrzeugen und spiegeln das strategische Engagement der TRATON GROUP für nachhaltige Transportlösungen wider. Die Elektrifizierung des eigenen Produktportfolios ist der wichtigste Beitrag zur Dekarbonisierung, was sich in den OpEx- und CapEx-Plänen widerspiegelt.

    2025 wurden Investitionen in Höhe von 513 Mio € (563 Mio €)1 für Initiativen zur Dekarbonisierung getätigt. Für die Zukunft plant der Konzern, zwischen 2026 und 2030 weitere 3,1 Mrd € zu investieren, wobei ein erheblicher Teil davon in die Dekarbonisierung der Nutzungsphase fließen soll.

    Performance

    Energieverbrauch und Energiemix

      2025 20241
    Gesamtenergieverbrauch (MWh) 2.388.588 2.439.717
    Gesamtverbrauch fossiler Energie (MWh)2 1.309.127 1.372.865
    Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleerzeugnissen (MWh) 321 293
    Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen (MWh) 408.587 444.787
    Brennstoffverbrauch aus Erdgas (MWh) 569.144 521.875
    Brennstoffverbrauch aus sonstigen fossilen Quellen (MWh) 1.757 3.066
    Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus fossilen Quellen (MWh) 329.317 402.844
    Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%) 55 56
    Energieverbrauch aus nuklearen Quellen (MWh) 33.368 34.068
    Anteil des Energieverbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%) 1 1
    Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie (MWh) 1.046.094 1.032.784
    Brennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen (MWh)3 74.739 80.396
    Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus erneuerbaren Quellen (MWh) 941.749 925.389
    Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt (MWh)4 29.606 26.999
    Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%) 44 42
    Erzeugung nicht erneuerbarer Energie (MWh)5 45.870 4.259
    Erzeugung erneuerbarer Energie (MWh)6 48.226 43.880
    Gesamtenergieverbrauch aus Aktivitäten in klimaintensiven Sektoren (MWh) 2.388.588 2.439.717

    1 Zusätzlich zur Aktualisierung auf Basis der Verfügbarkeit von Ist-Daten wurden die Kennzahlen für 2024 aufgrund struktureller Veränderungen angepasst.

    2 Die weitere Aufschlüsselung zeigt, wie viel Energie aus Kohle und Kohleprodukten, Rohöl und Erdölerzeugnissen, Erdgas, anderen fossilen Quellen oder aus zugekauftem bzw. erworbenem Strom, Wärme, Dampf oder Kühlung aus fossilen Quellen genutzt wird.

    3 Die Daten zum Energieverbrauch aus Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfälle biologischen Ursprungs), Biokraftstoffen, Biogas und Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen werden direkt aus den jeweiligen Rechnungen abgeleitet.

    4 Die TRATON GROUP nutzt ausschließlich selbst erzeugte erneuerbare Solarenergie, die nicht aus Brennstoffen stammt. Zählerstände geben Aufschluss über die produzierte, verbrauchte und verkaufte Menge.

    5 Energieerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die mit Gas betrieben werden, sowie Stromerzeugung durch das Verbrennen von Diesel in Testmotoren und Dieselgeneratoren

    6 Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, hauptsächlich aus Sonnenkollektoren für TRATON und aus Biomassepellets, berechnet anhand von Umrechnungsfaktoren auf der Grundlage von Rechnungen, die die Masse (kg) der gekauften Pellets angeben, oder von Zählern in Verbrennungsstationen, wenn keine Massendaten verfügbar sind

    Die Energieintensität von TRATON wird als Gesamtenergieverbrauch in Megawattstunden (MWh) pro Million Euro (Mio €) an Umsatz aus Aktivitäten in klimaintensiven Sektoren angegeben. Alle Aktivitäten der TRATON GROUP werden als klimaintensive Sektoren betrachtet, da die Hauptwirtschaftsaktivität des Konzerns die Herstellung von Nutzfahrzeugen und Motoren ist (NACE-Code 29.10: Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenmotoren). Die einzige Ausnahme bilden die Finanzdienstleistungen, die dem NACE-Abschnitt K (Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen: Bereiche 64 bis 66) zugeordnet sind und daher nicht als klimaintensive Sektoren gelten.

    Gegenüber dem Vorjahr sind die Finanzdienstleistungen nun aus dem Geltungsbereich ausgeschlossen. Der Vergleichswert des Vorjahres wurde entsprechend an die neue Methodik angepasst. 2024 betrug der Gesamtenergieverbrauch der TRATON GROUP aus Aktivitäten in klimaintensiven Sektoren 53,6 MWh pro Million € Umsatz, während dieser Wert für das Berichtsjahr 57,1 MWh pro Million € beträgt. Der zur Berechnung der Energieintensität herangezogene Umsatz, der dem Gesamtumsatz des Konzerns aus klimaintensiven Sektoren entspricht, betrug 45.541 Mio € im Vorjahr und 41.864 Mio € im Jahr 2025.

    Um den Energieverbrauch zu verfolgen und zu steuern, erheben und erfassen die Umweltkoordinatoren der einzelnen Marken Rechnungen über den jeweiligen Energieverbrauch in ihren markenspezifischen Umwelt-IT-Systemen. Diese Rechnungen geben Aufschluss über die Menge der verbrauchten Energie aus fossilen und erneuerbaren Quellen. Der Verbrauch von Kernenergie wird geschätzt, indem der Energieverbrauch aus fossilen Quellen mit dem länderspezifischen Prozentsatz an Kernenergie im Netz multipliziert wird, der aus dem World Nuclear Performance Report stammt. Die Daten in der obigen Tabelle basieren auf einer Kombination aus Ist-Daten und Schätzungen. Insbesondere lagen die Verbrauchsdaten für das vierte Quartal zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht vollständig vor und wurden daher mithilfe etablierter Schätzmethoden berechnet.

    THG-Emissionen

    THG-Emissionen (in tCO2e)

      2025 20241
    Scope-1-THG-Emissionen    
    Scope-1-Bruttoemissionen (tCO2e) 232.441 231.219
    Prozentsatz der Scope-1-THG-Emissionen aus regulierten Emissionshandelssystemen (%)2 7 7
    Scope-2-THG-Emissionen    
    Standortbezogene Scope-2-Bruttoemissionen (tCO2-e) 320.688 323.810
    Marktbezogene Scope-2-Bruttoemissionen (tCO2e)3 105.188 138.025
    Scope-1- und Scope-2-Emissionen (marktbezogen) 337.628 369.244
    Signifikante Scope-3-THG-Emissionen    
    Gesamte indirekte Brutto-THG-Emissionen (Scope 3) (tCO2e) 305.749.409 359.148.382
    Erworbene Waren und Dienstleistungen (tCO2e)4 6.818.270 7.324.861
    Investitionsgüter (tCO2e)5 684.440 654.381
    Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie (tCO2e)6 111.173 121.322
    Vorgelagerter Transport und Vertrieb (tCO2e)7 846.222 1.133.269
    Abfallaufkommen in Betrieben (tCO2e)8 593.407 397.038
    Geschäftsreisen (tCO2e)9 80.938 86.700
    Pendelnde Arbeitnehmer (tCO2e)10 60.436 61.619
    Vorgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter (tCO2e)11
    Nachgelagerter Transport (tCO2e)12
    Verarbeitung verkaufter Produkte (tCO2e)13 199.587 197.938
    Verwendung verkaufter Produkte (tCO2e)14 295.593.530 348.263.895
    Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer (tCO2e)15 465.374 606.022
    Nachgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter (tCO2e)16
    Franchises (tCO2e)17 287.139 292.358
    Investitionen (tCO2e)18 8.893 8.981
    THG-Emissionen insgesamt    
    THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen) (tCO2e) 306.302.538 359.703.411
    THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen) (tCO2e) 306.087.037 359.517.627

    1 Zusätzlich zur Aktualisierung auf Basis der Verfügbarkeit von Ist-Daten wurden die Kennzahlen für 2024 aufgrund struktureller Veränderungen angepasst.

    2 Der prozentuale Anteil wird mit einem Online-Tool der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) des Umweltbundesamts berechnet.

    3 Für einzelne Standorte, für die keine marktbasierten Emissionsfaktoren verfügbar sind, wurden standortbezogene Emissionsfaktoren verwendet.

    4 Erworbene Waren = Volumen des Fahrzeugs und der Komponenten * Gewicht des Fahrzeugs und der Komponenten * kg CO2e pro Referenzfahrzeug oder -komponente. Erworbene Dienstleistungen (IT, Zubehör, Verpackung, Vertriebsmarketing) wurden aufgrund ihrer minimalen Auswirkungen (<1 %) nicht berücksichtigt. Scania fasst ähnliche Produkte in Referenzgruppen zusammen, wobei Produktionsvolumen und ein internes Materialdatensystem (SMDS) mit externen Ökobilanzdaten (LCA) verwendet werden. International fasst ähnliche Produkte in Referenzgruppen zusammen, basierend auf der Anzahl verkaufter Fahrzeuge, und verwendet externe LCA-Daten. MAN verwendet Ökobilanzen für Fahrzeugkategorien, indem Verkaufsdaten, Berechnungen von Durchschnittsgewichten und Expertenschätzungen herangezogen werden. VWTB berechnet die Emissionen aus den Volumina der Komponenten und verwendet dabei Ecoinvent-Emissionsfaktoren, die auf technischen Berechnungen basieren.

    5 Investitionsgüter = monetärer Input * Emissionsfaktor. Der monetäre Input basiert auf Werten aus dem Financial Accounting and Cash Transaction System (FACTS). Die Emissionsfaktoren werden aus THG-Protokollen verwendet. Die Faktoren werden auf der Grundlage von Weltbankdaten in kg CO2e/€ umgerechnet und auf der Grundlage des Statistischen Bundesamts inflationsbereinigt. Für International wird dieser Datenpunkt von ClimatePartner berechnet.

    6 Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie = Summe aus (Emissionsfaktor für Brennstoffart * Brennstoffverbrauch für Brennstoffart). Die Emissionsfaktoren sind dem DKI-Handbuch (Volkswagen AG) entnommen. Weitere Emissionsfaktoren stammen aus der Datenbank LCA for Experts von Sphera. MAN und International verwenden Emissionsfaktoren des VDA (Verband der Automobilindustrie). VWTB verwendet Emissionsfaktoren aus Ecoinvent, der Internationalen Energieagentur (IEA) und dem brasilianischen Energieministerium. Die Kraftstoffmenge wird aus Verbrauchsdaten abgeleitet und nach Kraftstoffart differenziert.

    7 Scania und VWTB verwenden eine aktivitätsbasierte Berechnungsmethode. MAN nutzt einen kostenbasierten Ansatz. Scania und MAN stützen sich auf Emissionsfaktoren des Global Logistics Emission Council (GLEC). VWTB verwendet Emissionsfaktoren des Department for Environment, Food & Rural Affairs (DEFRA) und des Brazilian GHG Protocol Program (PBGHGP). ClimatePartner berechnet diesen Datenpunkt für International.

    8 Abfallaufkommen in Betrieben = Summe aus (Abfallaufkommen * entsprechender Emissionsfaktor). Scania, MAN und International verwenden Emissionsfaktoren von LCA for Experts und das interne Handbuch der Volkswagen AG. Aufgrund der unterschiedlichen Art der Abfallentsorgung in Südamerika verwendet VWTB-Emissionsfaktoren des IPCC.

    9 Flug-, Bahn- und Autodaten werden auf Markenebene getrennt erfasst und mit den jeweiligen Emissionsfaktoren multipliziert. MAN bezieht die Daten aus den Standardberichten von BCD Travel für Flugemissionen. Autovermieter melden Daten zu den jährlichen Gesamtbestellungen von Mietfahrzeugen. Die Emissionen aus dem Zugverkehr werden auf Null gesetzt, da die Deutsche Bahn keinen CO2-Verbrauch meldet. Scania erhält die Emissionen aus Flugreisen aus den Berichten von BCD Travel. Für Scania werden keine Emissionen aus dem Zugverkehr ausgewiesen. VWTB berechnet die Emissionen auf der Grundlage der Emissionsfaktoren von DEFRA 2021 für Flüge und von PBGHGP für Autos. Bei VWTB werden keine Züge eingesetzt. ClimatePartner errechnet diesen Datenpunkt für International.

    10 Emissionen durch pendelnde Arbeitnehmer = Σ Anzahl der Mitarbeiter pro Region * Distanzen * Modal Split * Emissionsfaktoren. Die Anzahl der Mitarbeiter wird nach Regionen (Europa, Nordamerika, Südamerika, Afrika, Asien/Pazifik, Australien) sowie nach direktem (Produktion) und indirektem (Nicht-Produktion) Bereich aufgeteilt. VWTB verwendet eine Berechnung auf der Grundlage von Primärdaten, da die Mitarbeiter hauptsächlich mit den vom Unternehmen gemieteten Bussen pendeln.

    11 Vorgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter, die in erster Linie aus Fahrzeugen und Gebäuden bestehen, werden unter Scope-1- und Scope-2-Emissionen ausgewiesen, da ihre betrieblichen Emissionen bestimmt werden können.

    12 Erfasst unter vorgelagertem Transport und Vertrieb

    13 In der Berechnung der Verarbeitung sind nur Fahrgestelle enthalten. Die Emissionen werden geschätzt, indem angenommen wird, dass die Verarbeitungsemissionen pro Fahrzeug den Produktionsemissionen pro Fahrzeug entsprechen. Die Scope 1- und Scope 2-Emissionen werden durch die Gesamtzahl der verkauften/produzierten Fahrzeuge dividiert und dann mit der Anzahl der verkauften/produzierten Fahrgestelle multipliziert.

    14 Siehe Scope 3: Methoden, Annahmen, und Emissionsfaktoren

    15 Behandlung von Produkten am Ende der Lebensdauer = Scania und MAN haben interne Modelle zur Lebenszyklusanalyse (LCA) entwickelt, um Intensitätsfaktoren zu ermitteln, mit denen die CO2-Emissionen im Zusammenhang mit der Behandlung am Ende der Lebensdauer pro Kilogramm pro Produktgruppe geschätzt werden können. Diese Intensitätsfaktoren werden dann mit dem Gesamtgewicht der einzelnen Produktgruppen multipliziert, um die gesamten THG am Ende der Lebensdauer zu berechnen. International und VWTB folgen dem von Scania entwickelten Modell.

    16 Erfasst unter Verwendung verkaufter Produkte

    17 Die Franchise-Emissionen von Scania und MAN werden auf der Grundlage der durchschnittlichen Scope-1- und Scope-2-Emissionen eines typischen gewerblichen Standorts berechnet. VWTB und International haben keine kommerziellen Standorte im Geltungsbereich der CSRD.

    18 Scania berechnet diesen Datenpunkt in zwei Schritten. Zunächst werden die Investitionen nach Relevanz priorisiert, wobei die zehn wichtigsten Beteiligungen für die Bewertung ausgewählt werden. Die Scope-1- und Scope-2-Emissionen werden anschließend proportional zum Aktienanteil von Scania an diesen Unternehmen berechnet. Die Berechnungsformel lautet: Emissionen * Anteil. Die benötigten Emissionsdaten stammen aus den Umweltberichten der Unternehmen oder, sofern diese nicht verfügbar sind, aus ausgefüllten Fragebögen, die an die Unternehmen versendet wurden. MAN verfügt über weniger als zehn Beteiligungen und berücksichtigt daher sämtliche Beteiligungen in der Berechnung. VWTB und International stellen keine finanziellen Mittel für externe Unternehmen zur Verfügung.

    Die TRATON GROUP berechnet ihre Treibhausgas-Emissionen jährlich anhand des Scope-1- bis Scope-3-Inventars in Übereinstimmung mit den Richtlinien des international anerkannten GHG-Protokolls und der ESRS.

    Scope 1 und 2: Methoden, Annahmen und Emissionsfaktoren

    Derzeit werden die Scope-1- und Scope-2-Emissionen von den Marken berechnet und auf Konzernebene aggregiert.

    Für Scope-1-Emissionen werden die folgenden Emissionsfaktoren verwendet: Scania und VWTB wenden die Richtlinien des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) an. MAN stützt sich auf die Richtlinien des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) für Anlagen sowie auf die Life Cycle Assessment (LCA) for Experts Software und das Joint Research Centre (JRC) – der Europäischen Kommission und sein JEC Consortium für Fahrzeuge. Bei International werden Faktoren aus dem Klimaregister verwendet.

    Die THG-Emissionen gemäß Scope 2 werden sowohl mit standortbasierten als auch mit marktbasierten Ansätzen in Übereinstimmung mit der Scope-2-Guidance nach dem GHG-Protokoll berechnet. Für US-Standorte werden die Emissionsfaktoren der Environmental Protection Agency (EPA) verwendet. Für Standorte außerhalb der USA werden die Emissionsfaktoren der Internationalen Energieagentur (IEA) verwendet. In Bezug auf die Arten von Vertragsinstrumenten, die für den Energieeinkauf in Verbindung mit Scope-2-Emissionen verwendet werden, sondiert die TRATON GROUP den Einkauf von erneuerbarer Energie auf der Grundlage der verfügbaren Vertragsinstrumente, die im Umweltmanagementsystem jeder Marke erfasst sind. Energie mit einem gültigen Instrument wird als erneuerbar eingestuft, während Energie ohne Dokumentation als nicht erneuerbar behandelt wird. Die TRATON GROUP erfasst die folgenden Arten von Vertragsinstrumenten für den Einkauf erneuerbarer Energien: Herkunftsnachweis (GO), internationale Zertifikate für erneuerbare Energien (IREC), handelbare Instrumente für globale erneuerbare Energien (TIGR), nicht fungible digitale Zertifikate (NFD) und grüne Elektrizitätszertifikate (GEC). Alle von der TRATON GROUP erfassten vertraglichen Instrumente stellen entbündelte Herkunftsnachweise für erneuerbare Energien dar. Für das Berichtsjahr 2025 wurden keine gebündelten Stromkäufe aus erneuerbaren Energien erfasst. Der Anteil der vertraglichen Instrumente wird als Anteil der aus erneuerbaren Quellen bezogenen Energie in Form von Elektrizität, Wärme, Dampf und Kälte am gesamten Energiebezug berechnet und auf Konzernebene ausgewiesen. 2025 betrug der Prozentsatz der vertraglichen Instrumente 74,1 % (69,7 %).

    Scope 3: Methoden, Annahmen, und Emissionsfaktoren

    Im Berichtsjahr 2025 wurden die Emissionen für alle 15 Scope-3-Kategorien erfasst, wobei die Methoden und Annahmen in einem intern geführten Handbuch, das jährlich aktualisiert wird, detailliert beschrieben werden. Die Emissionen einiger Kategorien werden jedoch zusammen mit anderen Kategorien gemeldet. Vorgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter, vor allem Fahrzeuge und Gebäude, werden unter Scope-1- und Scope-2-Emissionen verbucht, da TRATON die operative Kontrolle über diese Anlagen hat. Nachgelagerte Transport- und Vertriebsaktivitäten werden unter vorgelagerten Transport- und Vertriebsaktivitäten (Scope-3, Kategorie 4) erfasst, da alle TRATON-Marken mit Ausnahme von VWTB diese Dienstleistungen auslagern. Um einen standardisierten Berichtsrahmen zu erhalten, werden die separat berechneten Daten von VWTB manuell in Scope-3-Kategorie 4 integriert. Nachgelagerte geleaste Wirtschaftsgüter werden unter Scope-3-Kategorie 11 berichtet, da die CO2-Äquivalent-Emissionen für alle Fahrzeuge während ihrer Nutzungsphase berechnet und in diese Kategorie aufgenommen werden, unabhängig davon, ob die Fahrzeuge verkauft oder geleast werden. Die Emissionsfaktoren, die für die Berechnung der Scope-3-Emissionen verwendet werden, sind spezifisch für jede Marke und Scope-3-Kategorie.

    Die Emissionen aus der Nutzungsphase der verkauften Produkte stellen den größten Teil der Emissionsbilanz der TRATON GROUP dar. Die Berechnung dieser Emissionen wird je nach Produktkategorie in zwei Methoden unterteilt. Die erste Methode gilt für die Produktkategorie Lkw und Busse, die zweite Methode für die Produktkategorie Power Solutions und externe Motoren. Zur Berechnung der Emissionen von Lkw und Bussen werden Variablen wie die Anzahl der Fahrzeuge, der Energieverbrauch, Well-to-Wheel-THG-Emissionsfaktoren und die gefahrene Strecke berücksichtigt. Jede Marke wendet dieselbe allgemeine Formel an, indem sie die Werte multipliziert. Aber aufgrund von Abweichungen im Produktportfolio berechnet jede Marke die Gesamtemissionen auf individuelle Weise mit unterschiedlich gruppierten Fahrzeugklassen. Scania verwendet das Produktionsvolumen, während MAN, International und VWTB das Verkaufsvolumen heranziehen. Die Energieverbrauchswerte von Scania und MAN werden aus den von den Fahrzeugen gesendeten Betriebsdaten abgeleitet und auf der Grundlage des Durchschnitts der Fahrzeuggruppen extrapoliert. Es wird davon ausgegangen, dass die überwachte Lkw-Flotte repräsentativ für alle Fahrzeuge ist. MAN verwendet außerdem zertifikatsbasierte Schätzungen für Fahrzeuge, die keine Betriebsdaten liefern. Aufgrund fehlender Betriebsdaten verwendet VWTB technische Tests und Schätzungen. International erhebt für jede Fahrzeuggruppe Telematikdaten und Durchschnittsdaten, sofern diese verfügbar sind. Schätzungen werden auch für Fahrzeuggruppen verwendet, für die keine oder nur minimale Daten aus der realen Welt verfügbar sind, z.B. Lieferwagen und BEVs. Scania und MAN leiten die Werte für die Fahrleistung auf der Grundlage einer Scania-/MAN-Untersuchung aus den Jahren 2022 bis 2023 ab. International legt einen Wert fest, der auf den Anteilen der über die gesamte Lebensdauer gefahrenen Kilometer pro Jahr in Prozent basiert (Profil aus den Dienstdaten abgeleitet). VWTB schätzt die zurückgelegte Strecke nach technischem Ermessen. TRATON verwendet dynamische Emissionsfaktoren, indem die Gesellschaft Schätzungen der gefahrenen Streckenanteile pro Jahr mit prognostizierten Emissionsfaktoren kombiniert. CO2e aus AdBlue, N2O und CH4 wird ebenfalls in den Emissionsfaktoren berücksichtigt. Scania wendet einen Well-to-Wheel (WtW)-Faktor an, der auf dem Energieträger (Diesel, Gas, Strom), dem Jahr und dem geografischen Segment basiert. MAN aggregiert die verschiedenen geografischen Gruppen nach dem Anteil des Energieverbrauchs und rechnet ihn hoch, sobald mehr als 80 % der Gesamtenergie berücksichtigt sind. Bei BEVs wird die Gesamtenergie berücksichtigt. VWTB und International stimmen mit Scanias Berechnung der WtW-Emissionsfaktoren und der Datenquelle überein. Scania und MAN berechnen die CO2e-Emissionen von externen Motoren, indem sie die geschätzten CO2e-Emissionen pro Einheit über die erwartete Lebensdauer mit der entsprechenden Anzahl der verkauften externen Motoren multiplizieren. International und VWTB verkaufen keine externen Motoren und berichten daher keine Emissionen für diese Kategorie.

    Primärdaten in der Scope-3-Berichterstattung

    Falls für die Scope-3-Emissionen keine Primärdaten von den Partnern in der Wertschöpfungskette verfügbar sind, werden Annahmen, Durchschnittswerte und Schätzungen zur näherungsweisen Bestimmung der Emissionen verwendet. Derzeit berechnen die einzelnen Marken innerhalb der TRATON GROUP ihre Scope-3-Emissionen unabhängig voneinander. Die Ergebnisse werden anschließend auf Konzernebene aggregiert. Dieser dezentrale Ansatz führt zu Abweichungen in den einzelnen Scope-3-Unterkategorien, da sich die Marken beispielsweise in der Verfügbarkeit von Primärdaten und der Wahl der Emissionsfaktoren unterscheiden. Weitere Details zu methodischen Abweichungen sind in den Fußnoten der Tabelle zu den Scope-3-Angaben enthalten. Durch die Verwendung branchenweiter, durchschnittlicher Emissionsfaktoren bleiben die individuellen Maßnahmen einzelner Lieferanten unberücksichtigt. Derzeit gibt es keine anerkannte oder standardisierte Methode zur Angabe des Anteils der Primärdaten in Scope 3 sowie zur Messung des Ausmaßes der Scope-3-THG-Emissionen, die anhand von Inputs aus bestimmten Aktivitäten innerhalb der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette gemessen werden. TRATON ist sich dieser Einschränkungen bewusst und strebt an, die Genauigkeit und Konsistenz der Daten zu verbessern, indem die Berechnungsmethoden konzernweit angeglichen werden. Diese Initiative zielt darauf ab, die Messunsicherheit zu verringern und die Zuverlässigkeit der gemeldeten Emissionsdaten künftig zu erhöhen.


    Biogene CO2-Emissionen

      2025 2024
    Biogene CO2-Emissionen aus der Verbrennung oder dem biologischen Abbau von Biomasse in den Scope-1-THG-Emissionen (tCO2e) 13.605 15.045
    Biogene CO2-Emissionen aus der Verbrennung oder dem biologischen Abbau von Biomasse in den Scope-2-THG-Emissionen (tCO2e) 18.643 22.517
    Biogene CO2-Emissionen aus der Verbrennung oder dem biologischen Abbau von Biomasse in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette in Scope-3-THG-Emissionen berichtet (tCO2e) 18.079.249 20.892.806

    Die biogenen CO2-Emissionen, die aus der Verbrennung oder dem biologischen Abbau von Biomasse resultieren, sind in der Tabelle oben dargestellt, kategorisiert nach ihrem Ausschluss von Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-THG-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette. Für die Berichterstattung hat jede Marke unterschiedliche Emissionsfaktoren zur Berechnung der biogenen Scope-1-Emissionen verwendet: Scania und VWTB nutzten Emissionsfaktoren aus den IPCC-Guidelines, International zieht das Climate Registry heran. MAN verwendet für Emissionen aus Anlagen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und die LCA for Experts-Datenbank von Sphera sowie JEC-Emissionsfaktoren für Fahrzeugemissionen. Für Scope-2-Emissionen verwenden alle Marken VDA-Emissionsfaktoren, die detaillierte Angaben zum biogenen Anteil der bei der Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzten Brennstoffe enthalten. Diese Faktoren spiegeln den länderspezifischen Gehalt an Biomasse wider und ermöglichen die separate Ermittlung der biogenen CO2-Emissionen. Für Scope-3-Emissionen verwenden alle Marken Emissionsfaktoren von Sphera LCA for Experts.

    Intensität der THG-Emissionen

    Die nachstehende Tabelle zeigt die THG-Emissionen insgesamt, die sowohl nach der standortbezogenen als auch nach der marktbezogenen Methode berechnet wurden, im Verhältnis zum Umsatz. Der Umsatz der TRATON GROUP im Berichtsjahr 2025 betrug 44.052 Mio €.

    THG-Intensität auf Basis des Umsatzes1

      2025 2024
    THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen) pro Umsatz (tCO2e/Mio €) 6.953 7.577
    THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen) pro Umsatz (tCO2e/Mio €) 6.948 7.573

    1 Zur Berechnung der THG-Emissionsintensität der TRATON GROUP wird der Umsatz aus dem Konzernabschluss herangezogen (siehe 1. Umsatz).

    Weitere Informationen zur THG-Berichterstattung

    Die Veränderungen in den Metriken sind im Wesentlichen auf Veränderungen in der Fahrzeugproduktion und im Fahrzeugabsatz zwischen den Jahren zurückzuführen. Die Berechnungen für Brutto-Scope 1, 2, 3 und die THG-Emissionen insgesamt wurden zwar nicht unabhängig von einer externen Stelle validiert. Allerdings wurden anerkannte Methoden, Berichtsrahmen und Emissionsfaktoren, die von externen Organisationen wie ClimatePartner, der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) und anderen branchenüblichen Referenzen bereitgestellt werden, verwendet. Dies stellt jedoch keine externe Validierung oder Bestätigung dar.

    Derzeit gibt es keine aktiven Initiativen zur Entfernung oder Speicherung von CO2, die in den TRATON-Geschäftsaktivitäten oder der Lieferkette integriert sind. Darüber hinaus gibt es derzeit innerhalb der TRATON GROUP keine formalisierten internen Kohlenstoffpreissysteme.

    Kreislaufwirtschaft

    Die TRATON GROUP betrachtet Kreislaufwirtschaft als zentralen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und als Joint Impact Area. Angesichts des stark gestiegenen Rohstoffverbrauchs, der laut Global Resource Outlook 2024 der Vereinten Nationen Klima, Biodiversität und Umwelt belastet, sieht TRATON kreislauforientierte Strategien nicht nur als ökologisches Gebot, sondern auch als wirtschaftliche Chance. Die TRATON GROUP arbeitet mit ihren Marken an einem Kreislaufwirtschaftskonzept, das den strategischen Übergang von einer linearen Wertschöpfungskette zu einem zirkulären Lebenszyklusmodell skizziert.

    Der Ansatz ist in einer Lebenszyklus-Denkweise verankert und berücksichtigt zirkuläre Materialien, eigene Geschäftstätigkeit, Dienstleistungen und End-of-Life Prozesse. Vier Hebel wurden definiert, um zirkuläre Geschäftsansätze zu operationalisieren: Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und des Abfalls, Erhöhung des Anteils wiederverwendeter, recycelter und erneuerbarer Inhaltsstoffe in Produkten, Optimierung der Lebensdauer und Nutzung von Fahrzeugen durch kreislauforientierte Designs und Dienstleistungen sowie Integration der Kreislaufwirtschaft in Geschäftsmodelle und Partnerschaften.

    Bestrebungen in der Joint Impact Area Kreislaufwirtschaft

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    Die TRATON GROUP verankert Kreislaufwirtschaft fest in ihrer Governance-Struktur: Das TRATON Sustainability Board trifft zentrale Entscheidungen und benennt Sponsoren, die die Integration in alle Geschäftsprozesse vorantreiben. Dieses gemeinsame Engagement aller Marken macht Kreislaufwirtschaft zu einer kollektiven Verantwortung für ein zukunftsfähiges Transportökosystem. Besonders bei ressourcenintensiven Nutzfahrzeugen ist die Kreislauffähigkeit im Design entscheidend, um Umweltauswirkungen zu reduzieren und den Werterhalt über den gesamten Lebenszyklus zu sichern. TRATON setzt auf den Einsatz von Sekundärmaterialien und geschlossene Materialkreisläufe, um die Abhängigkeit von endlichen Ressourcen zu verringern und Abfälle am Lebensende zu minimieren.

    Im Rahmen der DMA hat der Konzern eine tatsächliche negative Auswirkung im Zusammenhang mit Ressourcenzuflüssen sowie potenzielle negative Auswirkungen im Zusammenhang mit Ressourcenabflüssen und Abfall festgestellt. Der folgende Abschnitt beschreibt die Vorgehensweise der TRATON GROUP zum Management wesentlicher Auswirkungen im Bereich Kreislaufwirtschaft entlang der Wertschöpfungskette.

    Auswirkungen, Risiken und Chancen im Bereich Kreislaufwirtschaft

    Nachhaltigkeitsthema IRO-Kategorie Zeithorizont Umfang Beschreibung
    Ressourcenzuflüsse, einschließlich Ressourcennutzung  Tatsächliche negative Auswirkung Kurzfristig Vorgelagerte Wertschöpfungskette Hoher Verbrauch von Primär- und nicht erneuerbaren Ressourcen
    Ressourcenabflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen  Potenzielle negative Auswirkung Kurzfristig Nachgelagerte Wertschöpfungskette Unsachgemäße Entsorgung oder unsachgemäßes Recycling von Fahrzeugen kann zu Deponieabfällen, erhöhtem Ressourcenabfluss und dem Verlust wertvoller Ressourcen beitragen.
    Abfälle Potenzielle negative Auswirkung Kurzfristig Eigene Geschäftstätigkeit Deponieabfälle und Beitrag zur Ressourcenverknappung verursacht durch erhebliche Abfallerzeugung

    Ansätze und Konzepte

    Als globaler Nutzfahrzeughersteller ist sich die TRATON GROUP ihrer Verantwortung bewusst, Kreislaufwirtschaft zu fördern. Wenngleich TRATON über kein eigenständiges auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtetes Konzept verfügt, arbeitet der Konzern an einem kreislauforientierten Handlungsrahmen, um die Entscheidungsfindung zu unterstützen und die Integration von Kreislaufwirtschaft in die gesamte Wertschöpfungskette zu fördern.

    Kreislauforientiertes Geschäftsmodell von TRATON

    Das von TRATON angestrebte kreislauforientierte Geschäftsmodell umfasst den gesamten Lebenszyklus von Nutzfahrzeugen. Es verfolgt regenerative Prozesse für Produkte, Komponenten und Materialien, um den Ressourcenverbrauch zu senken, die Lebensdauer zu verlängern und Umweltbelastungen zu minimieren – von der Konzeption bis zum Lebensende.

    Zirkuläres Geschäftsmodell der TRATON GROUP

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    Kreislaufwirtschaft beginnt bereits in der Entwurfs- und Konstruktionsphase. Im Rahmen des Produktentwicklungsprozesses arbeitet die TRATON GROUP an einer gemeinsamen Leitlinie für Ökodesign, einschließlich zirkulärem Design, um ingenieurtechnische Entscheidungen zu unterstützen. Diese Leitlinie beinhaltet Prinzipien wie kreislauforientiertes Design, Modularität, Wiederaufbereitung und Wiederverwendung von Materialien. Jedes Element trägt zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs und zur Verlängerung der Produktlebenszyklen bei.

    Mit der Umsetzung dieser Prinzipien stärkt die TRATON GROUP ihre Wettbewerbsfähigkeit. Sie eröffnet Potenziale zur Umsatzsteigerung, senkt Kosten für zirkuläre Dienstleistungen und bereitet sich auf kommende gesetzliche Anforderungen vor – insbesondere zu Standards für kreislauforientierte Designs sowie Rücknahme und Demontage am Lebensende. Gleichzeitig baut TRATON zentrale Kompetenzen für die Kreislaufwirtschaft auf und verbessert den Zugang zu grüner Finanzierung. Der verstärkte Einsatz recycelter und erneuerbarer Komponenten erhöht die Recyclingfähigkeit und fördert die Nachhaltigkeit der Fahrzeuge.

    Das TRATON Modular System (TMS) fungiert dabei als zentrales Schlüsselelement, indem es Komponenten markenübergreifend standardisiert, die Wiederverwendung unterstützt, skalierbare Wiederaufarbeitungsprozesse ermöglicht, die Wartung vereinfacht und die Ressourcennutzung über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus hinweg optimiert.

    Während der gesamten Nutzungsphase der Fahrzeuge spielt das Servicenetzwerk von TRATON eine Rolle bei der Umsetzung kreislauforientierter Praktiken. Dazu gehört die Reparatur von Schlüsselsystemen, z.B. dem Antriebsstrang, um die Lebensdauer der Fahrzeuge zu verlängern und Second-Life-Anwendungen zu ermöglichen. Die Wiederaufarbeitung spielt eine zentrale Rolle, indem die Komponenten nach den Originalspezifikationen wiederhergestellt werden. Darüber hinaus können digitale Services wie vorausschauende Wartung und Flottenoptimierung die Fahrzeugnutzung weiter verlängern und die Umweltauswirkungen verringern. Das End-of-Life-Management von schweren Nutzfahrzeugen wird von der TRATON-Marke Scania durch die Lieferung von Daten zur Demontage unterstützt. Diese enthalten Richtlinien für das sichere Ablassen und die Entsorgung von Gefahrstoffen. Dadurch wird gleichzeitig die Arbeitssicherheit erhöht.

    Ressourcenzuflüsse von Materialien und Produkten

    Die TRATON GROUP ist sich der zunehmenden Komplexität der globalen Lieferketten und der steigenden Nachfrage nach strategischen Rohstoffen bewusst, die durch den Übergang zur E‑Mobilität getrieben wird. TRATON hält daran fest, die Beschaffung dieser Materialien genau zu überwachen und die Einhaltung von Menschenrechtsstandards und ethischen Praktiken in der gesamten Lieferkette sicherzustellen. Weitere Informationen finden sich im Abschnitt Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette – Ansätze und Konzepte.

    Kreislaufwirtschaft bei Produkten und Materialien

    Die TRATON GROUP konzentriert sich auf die Minimierung des Ressourcen- und Energieverbrauchs. Erste Maßnahmen haben im Rahmen der Dekarbonisierung Batterien, Stahl, Aluminium und Kunststoffe priorisiert. Diese Initiativen legen den Grundstein, um diese Joint Impact Area des Konzerns weiter voranzutreiben und innovative Geschäftsmodelle zu erforschen.

    Hochvoltbatterien und andere Schlüsselkomponenten wie Elektroantriebe werden aufgrund gesetzlicher Vorgaben ein Teil der Kreislaufwirtschaft. Dabei spielen deren Rohstoffe eine immer wichtigere Rolle für den Klimaschutz. Diese Materialien sind nicht nur wertvoll, sondern auch entscheidend für die Ressourcensicherheit. Der Erhalt dieser Materialien durch die Kreislaufwirtschaft unterstützt die Entkopplung der Produktion von der Abhängigkeit von neuen Rohstoffen und sichert gleichzeitig den Zugang zu Ressourcen. Darüber hinaus ist die Gewinnung und Verwendung dieser Rohstoffe mit Emissionen und anderen Umweltauswirkungen verbunden. Durch die Wiederverwendung von geeigneten Materialien kann die TRATON GROUP diese Auswirkungen abmildern, was zu einer Reduzierung des gesamten CO2-Fußabdrucks beitragen kann.

    In Anbetracht der zunehmenden Komplexität der Lieferketten und der geopolitischen Herausforderungen der letzten Jahre in Bezug auf die Materialverfügbarkeit hat TRATON die Notwendigkeit erkannt, eine effiziente, konzernweite Strategie für die Materialsicherheit zu entwickeln. Dies ist noch keine aktive Strategie, aber es ist geplant, einen umfassenden Rohstoffbeschaffungsprozess zu etablieren, der darauf abzielt, kritische und strategische Rohstoffe für Schlüsselkomponenten zu sichern. Dieser Ansatz konzentriert sich auf strategisch relevante Rohstoffgruppen, um Sicherheitsszenarien zu definieren, zu bewerten und umzusetzen. Zu diesen Gruppen können Batteriematerialien, Seltene Erden (REEs), Platingruppenmaterialien (PGMs), Halbleitermaterialien, Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (3TGs) sowie Glimmer (ein Silikatmineral, das in der Elektronik und in industriellen Anwendungen weit verbreitet ist) gehören. Andere kritische Ressourcen wie Magnesium, Aluminium, Kunststoffe und Kupfer werden ebenfalls in Betracht gezogen.

    Konzepte

    Im Rahmen der DMA wurden die Nachhaltigkeitsthemen Ressourcenzuflüsse, Ressourcenabflüsse und Abfall als wesentlich für die TRATON GROUP identifiziert. Wesentliche Auswirkungen, die sich speziell auf diese Nachhaltigkeitsthemen beziehen, werden durch die unten beschriebenen Konzepte gesteuert.

    Das Konzernkonzept TRATON-Nachhaltigkeitsmanagement und die TRATON-Nachhaltigkeitsmanagement-Guideline in Verbindung mit dem Prozess des Nachhaltigkeitsmanagements beziehen sich auf die potenzielle negative Auswirkung von Deponieabfällen und den Beitrag zur Ressourcenverknappung, der durch erhebliche Abfallerzeugung verursacht wird. Die genannten Konzepte und Leitlinien sowie der Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner adressieren die tatsächliche negative Auswirkung eines hohen Verbrauchs von Primär- und nicht erneuerbaren Ressourcen, der in der Transportlieferkette aufgrund der Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Ressourcen erheblich ist. Darüber hinaus adressiert der Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner die potenzielle negative Auswirkung einer unsachgemäßen Entsorgung oder eines unsachgemäßen Recyclings von Fahrzeugen. Diese könnten zu Deponieabfällen, erhöhtem Ressourcenabfluss und dem Verlust wertvoller Ressourcen beitragen. Weitere Informationen zu den oben genannten Konzepten finden sich im Abschnitt Übergreifende Konzepte.

    Ressourceneffizienz ist ein wesentlicher Aspekt des Code of Conduct für Lieferanten und Geschäftspartner. Von Partnern wird erwartet, dass sie Abfälle minimieren, Ressourcen wiederverwenden, Materialien recyceln und Reststoffe – einschließlich gefährlicher Abfälle und Abwässer – sicher und nachhaltig entsorgen. Diese Praktiken sollen entlang der gesamten Wertschöpfungskette gelten: von Entwicklung und Produktion über die Produktnutzung bis hin zum Recycling am Lebensende, unter Einhaltung internationaler Vorschriften wie der Basler Konvention sowie einschlägiger nationaler Gesetze. Soweit technisch und wirtschaftlich machbar, sollten Partner Sekundärmaterialien einsetzen, den Recyclinganteil ihrer Produkte kennen und diese Daten auf Anfrage TRATON bereitstellen. Darüber hinaus werden sie ermutigt, Kreislaufsysteme zu unterstützen, indem sie Materialkreisläufe schließen, die Produktlebensdauer verlängern und die Auslastung verbessern.

    Maßnahmen

    Im Berichtszeitraum hat die TRATON GROUP noch keine spezifischen konzernweiten Maßnahmen oder Ziele definiert. Das Unternehmen verfolgt nicht die Wirksamkeit seiner Konzepte zur Kreislaufwirtschaft.

    Der Hauptgrund besteht darin, dass der Konzern sich in einer Vorbereitungsphase befindet, in der der Schwerpunkt auf der Schaffung der notwendigen Grundlagen für einen konzernweiten kreislauforientierten Ansatz liegt. Dazu gehört die Identifizierung zentraler Hebel der Kreislaufwirtschaft über Marken und Betriebsbereiche hinweg. Dies ist für die Festlegung realistischer, faktenbasierter Ziele unerlässlich. Hebel der Kreislaufwirtschaft sind strategische Mechanismen, die die wichtigsten Wege zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft aufzeigen, beispielsweise Reduzierung des Ressourcenverbrauchs, Priorisierung der Verwendung recycelter Materialien und Optimierung der Lebensdauer und Nutzungsrate der TRATON-Produkte. Für die definierten Hebel besteht derzeit weder ein festgelegter Anwendungsbereich noch ein verbindlicher Zeitrahmen oder Monitoring.

    Die Hebel sind direkt auf die IROs abgestimmt, die in der DMA von TRATON ermittelt wurden. Der Nachhaltigkeitsaspekt Abfall steht im Einklang mit dem zentralen Hebel der Reduzierung von Ressourcenverbrauch und Abfall. Die drei zusätzlichen Hebel richten sich auf Nachhaltigkeitsaspekte der Ressourcenzuflüsse, einschließlich des Ressourcenverbrauchs, und auf die Aspekte der Ressourcenabflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen. Die einzelnen Hebel werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert, um einen Überblick über ihre Umsetzung und ihren Beitrag zur Abmilderung negativer Auswirkungen und zur Steigerung der langfristigen Wertschöpfung zu geben.

    Hebel im Bereich Kreislaufwirtschaft

    Hebel Beschreibung
    Reduzierung von Ressourcenverbrauch und Abfall TRATON hat sich zum Ziel gesetzt, Ressourcen effizienter zu nutzen, das Abfallaufkommen zu minimieren und letztendlich den Ressourcenverbrauch in der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren. Ein besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf die Nutzungsphase der von TRATON produzierten Fahrzeuge und auf die eigene Geschäftstätigkeit. Bei TRATON ist die Vermeidung von Abfällen ein Unternehmenswert. Die Marken suchen ständig nach effizienteren Wegen für die Konstruktion und Produktion von Fahrzeugen. Durch die Optimierung dieser Prozesse zielt TRATON darauf ab, sowohl den eigenen Betrieb nachhaltiger zu gestalten als auch für die Kunden Kostenvorteile zu generieren.
    Nutzung wiederverwendeter, recycelter und erneuerbarer Materialien TRATON ermutigt Geschäftspartner, der Verwendung von recycelten Materialien Vorrang einzuräumen und der TRATON GROUP auf Anfrage Daten zu recycelten Inhalten mitzuteilen. Durch die Zusammenarbeit sollen mehr nachhaltige Materialien beschafft werden und der Anteil an recycelten und erneuerbaren Inhalten in den TRATON-Produkten erhöht werden. Dafür sind starke funktionsübergreifende Anstrengungen erforderlich, um wiederverwendete Teile und mehr recycelte Materialien in die Fahrzeugkonstruktion einfließen zu lassen. Darüber hinaus sucht TRATON nach Möglichkeiten, wie sich die Materialzusammensetzung bei den Marken besser rückverfolgen lässt. Diese Initiative zielt darauf ab, eine transparentere Kommunikation über die Nachhaltigkeit von Produkten zu fördern.
    Optimierung der Lebensdauer und der Nutzungsrate

    Um die Lebensdauer und die Nutzungsraten zu erhöhen, konzentriert sich TRATON auf die Verbesserung der Langlebigkeit von Produkten. Ansatzpunkte sind eine verbesserte Haltbarkeit und Reparierbarkeit, die Steigerung der Wiederverwendung durch Wiederaufbereitung und Wiederverwendung von Teilen. Ebenso trägt die Ausweitung von Wiederaufbereitungs- und Überholungsdienstleistungen zur Verlängerung der Lebensdauer von Komponenten bei. Diese Bestrebungen zielen in erster Linie auf den nachgelagerten Teil der Wertschöpfungskette ab. Es ist beabsichtigt, den Ressourcenabfluss durch die Verlängerung der Produktlebensdauer zu verringern.

    Ein wichtiger Aspekt des Ansatzes des Konzerns zur Kreislaufwirtschaft ist die Ausweitung von kreislauforientierten Dienstleistungen. Dazu gehören Wiederaufarbeitung, Reparatur, Aufbereitung und Umfunktionierung. Um diese Bestrebungen zu unterstützen, hat TRATON die Ausweitung der Wiederaufbereitungsdienste über alle Marken hinweg durch eine spezielle markenübergreifende Remanufacturing Task Force priorisiert.

    Die laufende Weiterentwicklung der gemeinsamen modularen Plattform TMS spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der TRATON-Agenda zur Kreislaufwirtschaft. Sie trägt zur Kreislaufwirtschaft bei, da es die Wiederverwendung und Aufbereitung von standardisierten Komponenten wie Motoren, Getrieben und Elektronik erleichtert. Diese Ausrichtung an Kreislaufprinzipien verbessert die Wartungsdienste, steigert die Effizienz und unterstützt die Ressourcenschonung.

    Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle und Partnerschaften

    TRATON ist bestrebt, sowohl mehr erneuerbare und recycelte Materialien zu beschaffen als auch Kreislaufdienstleistungen durch wichtige Kooperationen innerhalb des Konzerns, entlang der Wertschöpfungskette und darüber hinaus auszuweiten.

    Um die Schaffung eines kreislauforientierten Verkehrssystems voranzutreiben und neue partnerschaftliche Geschäftsmodelle wie Product-as-a-Service zu sondieren, baut TRATON weiterhin Partnerschaften mit Lieferanten, Kunden, Regierungen und sogar Wettbewerbern auf.

    Derzeit arbeiten die TRATON GROUP und ihre Marken mit mehreren Recyclingpartnern in Europa zusammen. Diese Partnerschaften sind von entscheidender Bedeutung, um die nachhaltige Materialrückgewinnung an den TRATON-Standorten voranzutreiben. Das Hauptgeschäftsmodell der Recycler besteht darin, kritische Kathodenrohstoffe wie Nickel, Kobalt und Lithium zurückzugewinnen.

    Externe Lobbyarbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Partnerschaftsansatzes. Die TRATON GROUP ist davon überzeugt, dass der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zwingend erforderlich ist.

    Performance

    Ressourcenzuflüsse

    Im Berichtsjahr betrug das Gesamtgewicht der von TRATON produzierten Fahrzeuge einschließlich technischer und biologischer Materialien 2.260.894 t, nach 2.450.218 t im Vorjahr. Diese Angabe wird entweder auf der Grundlage der von den Lieferanten bereitgestellten Daten zum Gewicht der Teile oder durch direktes Wiegen der Fahrzeuge berechnet. Zur Ermittlung des Gesamtwerts werden die Gewichtsdaten für jede Produktgruppe gemittelt und mit dem Produktionsvolumen multipliziert.

    Das Gewicht der recycelten Materialien betrug 557.193 t. Das entsprach 24,6 % des gesamten Materialeinsatzes. Im Vorjahr betrug das Gewicht der recycelten Materialien 608.653 t (24,8 %). Das Gesamtgewicht der Produkte wird in Materialgruppen aufgeschlüsselt, und der entsprechende Anteil an Sekundärmaterialien wird ermittelt. Während die Marken dies aufgrund der Datenverfügbarkeit auf leicht unterschiedliche Weise berechnen, folgt der Gesamtansatz dem gleichen Prinzip der Materialklassifizierung und der Referenzfahrzeuganalyse.2 Der Anteil der Sekundärmaterialien dürfte genau sein, da diese Zahl auf Branchendaten basiert. Da der Anteil der Sekundärwerkstoffe bei einigen Werkstoffen eine große Bandbreite aufweisen kann, wurde der niedrigere Prozentsatz verwendet. So wird ein konservativer Ansatz sichergestellt. Um die Genauigkeit zu erhöhen, sollen künftig aktiv Informationen von den Lieferanten zu den gelieferten Sekundärmaterialanteilen angefordert und gesammelt werden.

    Ressourcenabflüsse

    Produkte und Materialien

    Die Fahrzeuge der TRATON GROUP sind so konstruiert und gebaut, dass sie über einen längeren Zeitraum funktionsfähig bleiben. Ihre Langlebigkeit wird durch regelmäßige Wartung und die Reparatur bzw. den Austausch defekter Teile zusätzlich unterstützt. Allerdings gibt es derzeit keinen branchenweiten Standard oder eine durchschnittliche Methode zur Berechnung der Lebensdauer von schweren Nutzfahrzeugen. Darüber hinaus wird die Lebensdauer solcher Fahrzeuge nicht nur durch ihre Konstruktion und Bauweise beeinflusst, sondern auch durch nachgelagerte Faktoren wie Nutzungsintensität, geografische Bedingungen und die Häufigkeit von Reparaturen und Wartungen. Daher ist die TRATON GROUP nicht in der Lage, eine endgültige Lebensdauerangabe für ihre Produkte zu machen.

    Die Fokussierung der TRATON GROUP auf hohe Qualität und geringen Reparaturbedarf soll eine lange Lebensdauer der Fahrzeuge während ihrer Nutzungsphase ermöglichen und leistet damit einen Beitrag zu Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit. Das Austauschteilprogramm ist ein Eckpfeiler dieses Ansatzes. Es ermöglicht die Rückgabe von Altteilen durch Importeure und nationale Tochtergesellschaften zur industriellen Aufbereitung, Wiederaufarbeitung oder Überholung, sodass diese Komponenten für die Wiederverwendung in anderen Fahrzeugen innerhalb des Konzerns geeignet sind. Teile, die nicht wiederaufbereitet oder aufgearbeitet werden können, werden durch fabrikneue Komponenten ersetzt.

    Im Rahmen ihres Engagements für Kreislaufwirtschaft bewertet die TRATON GROUP ihre Fahrzeuge, um die Einhaltung internationaler Standards sicherzustellen und die Nachhaltigkeit zu fördern. Eine Berechnung der Recyclingfähigkeit von zwei 12-Meter-Citywide-Stadtbussen – einem Inter ICE und einem BEV – unter Anwendung der in ISO 22628:2002 festgelegten Richtlinien ergab eine Recyclingquote von 91 % für beide Fahrzeuge.

    Darüber hinaus ergab eine Untersuchung des Portfolios des Konzerns an schweren Lkw, einschließlich der Verbrenner-Modelle TGX, TGS, TGM, TGL und des BEV-Lkw-Modells eTGS, Recyclingquoten von über 85 %.

    Abfälle

    Die TRATON GROUP erzeugt in ihren Produktionsprozessen verschiedene Abfallströme. Ein erheblicher Teil besteht aus Metallschrott, Metallspänen und Metallbearbeitungsflüssigkeiten aus der maschinellen Bearbeitung. Eine wichtige Kategorie sind Lackierabfälle, die Rückstände von organischen Lösungsmitteln und anderen chemischen Komponenten aus der Fahrzeuglackierung enthalten. Auch Gusssand aus Gießereien und Verpackungsmaterialien wie Pappe, Kunststoffe und Holz sind häufige Abfallarten. Zu den in diesen Abfallströmen enthaltenen Materialien gehören Metalle, Öl, organische Lösungsmittel, Kunststoffe, Sand und Pappe. Jedes Material erfordert spezifische Abfallmanagementstrategien, um die Umweltbelastung zu minimieren und Vorschriften einzuhalten.

    Abfallströme und Materialmanagement

      2025 2024
    Gesamtmenge des Abfallaufkommens [t]1 524.419 359.415
    Gesamtmenge, die von der Beseitigung abgezweigt wird – nicht gefährliche Abfälle:    
    Vorbereitung zur Wiederverwendung [t] 2.328 8.585
    Recycling [t] 283.390 185.081
    Sonstige Verwertungsverfahren [t] 17.590 30.795
    Gesamtmenge, die zur Beseitigung bestimmt ist – nicht gefährliche Abfälle:    
    Verbrennung [t] 8.789 1.954
    Deponierung [t] 37.056 57.788
    Sonstige Arten der Beseitigung [t] 107.269 6.553
    Gesamtmenge gefährlicher Abfälle [t] 67.996 68.659
    Gesamtmenge, die von der Beseitigung abgezweigt wird – gefährliche Abfälle:    
    Vorbereitung zur Wiederverwendung [t] 2.364 4.558
    Recycling [t] 24.816 23.224
    Sonstige Verwertungsverfahren [t] 19.601 23.333
    Gesamtmenge, die zur Beseitigung bestimmt ist – gefährliche Abfälle:    
    Verbrennung [t] 9.388 1.369
    Deponierung [t] 8.408 14.292
    Sonstige Arten der Beseitigung [t] 3.420 1.883
    Gesamtmenge nicht recycelter Abfälle [t] 211.520 137.968
    Anteil nicht recycelter Abfälle [%] 40 38
    Gesamte Menge radioaktiver Abfälle [t] 0 0

    1 Das erhöhte Abfallaufkommen ist auf Bauaktivitäten an unseren Standorten zurückzuführen.

    Umweltverschmutzung

    Die TRATON GROUP ist sich der bedeutenden Rolle, die die Transportbranche beim Thema der Umweltverschmutzung spielt, bewusst. Die Minimierung negativer Umweltauswirkungen ist essenziell für den Schutz von Ökosystemen und der Gesundheit der Menschen. Die Marken der TRATON GROUP streben an, Schadstoffemissionen kontinuierlich zu senken und den Anteil schädlicher Substanzen weiter zu reduzieren. Die konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsteams arbeiten an der Entwicklung sauberer Technologien und dem Einsatz innovativer Materialien. Damit schafft TRATON die Grundlage für einen erfolgreichen Übergang zu emissionsarmen Lösungen und leistet einen aktiven Beitrag zur Transformation hin zu einer saubereren und nachhaltigeren Mobilität.

    Im Rahmen der DMA hat TRATON eine tatsächliche negative Auswirkung sowie eine potenzielle positive Auswirkung im Zusammenhang mit Luftverschmutzung und zusätzlich eine potenzielle negative Auswirkung im Zusammenhang mit besonders besorgniserregenden Stoffen identifiziert. Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen für andere Nachhaltigkeitsaspekte in Bezug auf Umweltverschmutzung festgestellt, weshalb diese in diesem Bericht nicht weiter behandelt werden.

    Auswirkungen, Risiken und Chancen im Bereich Umweltverschmutzung

    Nachhaltigkeitsthema IRO-Kategorie Zeithorizont Umfang Beschreibung
    Luftverschmutzung Tatsächliche negative Auswirkung Mittel- und langfristig Vorgelagerte Wertschöpfungskette, eigene Geschäftstätigkeit und nachgelagerte Wertschöpfungskette Emissionen aus Transport und Produktion setzen Schadstoffe frei (z.B. Feinstaub, Stickstoffoxide), die die Luftqualität verschlechtern und ein Gesundheitsrisiko darstellen.
    Potenzielle positive Auswirkung Mittelfristig Vorgelagerte Wertschöpfungskette, eigene Geschäftstätigkeit und nachgelagerte Wertschöpfungskette Verringerung der Luftverschmutzung durch den Einsatz von saubereren Technologien und Systemen zur Emissionskontrolle
    Besonders besorgniserregende Stoffe Potenzielle negative Auswirkung Kurz-, mittel- und langfristig Eigene Geschäftstätigkeit Die Verwendung von besonders besorgniserregenden Stoffen kann der Umwelt, Arbeitnehmern und Kunden schaden.

    Ansätze und Konzepte

    Als globaler Hersteller von Nutzfahrzeugen ist sich die TRATON GROUP ihrer Verantwortung im Rahmen der Reduzierung von Umweltbelastungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bewusst. Der folgende Abschnitt beschreibt die Herangehensweise des Konzerns zum Management von Umweltverschmutzung.

    Auf Konzernebene bestehen derzeit keine Konzepte oder koordinierte Maßnahmen, die sich explizit auf Nachhaltigkeitsaspekte im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung beziehen. Derzeit bestehen keine Pläne zur Einführung solcher konzernweiten Konzepte. Die Verantwortung für diese Themen liegt bei den einzelnen Marken der TRATON GROUP. Diese dezentrale Struktur spiegelt den markenspezifischen Ansatz des Umweltmanagements innerhalb des Konzerns wider. Die TRATON GROUP prüft derzeit die Notwendigkeit eines enger abgestimmten Vorgehens für ihr markenübergreifendes Umweltmanagement.

    Maßnahmen

    Im Berichtsjahr 2025 hat die TRATON GROUP keine spezifischen konzernweiten Maßnahmen oder Ziele zur Bekämpfung von Umweltverschmutzung definiert. Auch für die kommenden Jahre sind derzeit keine Aktivitäten oder Zielsetzungen auf Konzernebene geplant. Die TRATON-Marken haben jedoch ihre Aktivitäten zur Verringerung der Umweltbelastung innerhalb ihrer eigenen Geschäftstätigkeiten 2025 fortgesetzt. Dazu gehörten Aktivitäten zur Verringerung der Umweltverschmutzung sowie zur Implementierung robuster Systeme zur Prävention und Bewältigung potenzieller Vorfälle und Notfälle.

    Performance

    Luftverschmutzung

    Die TRATON GROUP hat im Jahr 2025 eine Schwellenwertanalyse durchgeführt, um zu ermitteln, welche Schadstoffe an den Produktionsstandorten oberhalb der im Europäischen Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister (E‑PRTR) definierten Grenzwerte liegen.

    Dabei wurden drei Stoffgruppen identifiziert, deren Emissionen die festgelegten Schwellenwerte überschreiten: flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC), Stickstoffoxide (NOx/NO₂), Benzol.

    Zur Berechnung der in die Luft abgegebenen Schadstoffe nutzen die Marken der TRATON GROUP lokale Emissionsfaktoren. Diese Vorgehensweise unterstützt eine präzise Erfassung der Emissionen und bildet die Grundlage für weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Umweltbelastungen.

    Luftverschmutzung

      2025 2024 Veränderungen im Zeitablauf (2024-2025)1
    NMVOC (t)2 993,9 1.165,6 –171,7
    NOx/NO2 (t)3 167,5 216,0 –48,5
    Benzol (t)4 6,3 5,5 +0,8

    1 Die Veränderungen in den Metriken sind im Wesentlichen auf Veränderungen in der Fahrzeugproduktion und im Fahrzeugabsatz zwischen den Jahren zurückzuführen.

    2 Flüchtige organische Verbindungen (VOCs aus Lackierung) werden aus der Materialbilanz berechnet, wobei die Daten von allen Produktionsstandorten bereitgestellt werden. Mit der Methode wird analysiert, in welcher Menge organische Lösungsmittel in den Produktionsprozess eingebracht werden, und dies wird mit den Abflüssen in die Luft/das Wasser verglichen. Bei der Verbrennung werden die Lösungsmittel verbrannt, und in diesen Fällen wird gemessen, wie viel davon verbrannt wird.

    3 Stickstoffoxide (NOx/NO2) werden auf Markenebene anhand lokaler Emissionsfaktoren berechnet. Bei der Entwicklung von Verbrennungsmotoren werden die Emissionsfaktoren anhand von tatsächlichen Messungen des verwendeten Kraftstoffs ermittelt. Die Emissionsfaktoren werden anhand der gekauften Kraftstoffmenge im Vergleich zur verbrauchten Kraftstoffmenge und unter Berücksichtigung des Motortyps berechnet.

    4 Benzol wird in der Prozessbelüftung gemessen. Eine Stichprobe wird einigen Stunden produktbezogener Luftströmung und Belüftung entnommen und zu einem Jahreswert extrapoliert.

    Besonders besorgniserregende Stoffe

    Als Grundlage für das Management besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) nutzt die TRATON GROUP die IMDS-Liste (International Material Data System) des europäischen Automobilherstellerverbands ACEA. Diese basiert auf der Kandidatenliste der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA).

    Die TRATON GROUP sowie die Betreiber an den Standorten der einzelnen Marken handeln stets im Einklang mit den geltenden gesetzlichen Anforderungen. Die Standorttechnologien sind gemäß diesen Anforderungen von den zuständigen Behörden zugelassen. Werden SVHCs als Substanzen oder in Gemischen während der Fahrzeugproduktion verwendet oder werden sie im Produktionsprozess Bestandteil des Produkts Fahrzeug, erfolgt eine individuelle Prüfung und Freigabe durch interne Chemikalienmanagementprozesse auf Markenebene. Eine mengenbezogene Analyse der SVHC kann derzeit weder auf Marken- noch auf Konzernebene vollständig durchgeführt werden.

    Es gibt keine Messmethode zur Erfassung des gesamten Spektrums aller SVHC, daher können zu diesen Emissionen keine Daten erhoben werden. In Bezug auf die Verwendung von SVHCs in den Produkten der TRATON GROUP ist Blei in Starterbatterien die mit Abstand bedeutendste Substanz. Blei macht rund 98 % der Gesamtmenge aller in einem typischen Lkw eingesetzten SVHC aus. Die Gesamtmenge an Blei in den von TRATON 2025 verkauften Starterbatterien belief sich auf 23.922 t (24.780 t)3 . Der Datenpunkt „Gesamtmenge an SVHC, die den Betrieb als Produkt verlassen“ wird für TRATON als nicht anwendbar angesehen, da gemäß der Produktdefinition nur verkaufte Fahrzeuge berücksichtigt werden.

    Biologische Vielfalt

    Biologische Vielfalt ist von zentraler Bedeutung für die Stabilität von Ökosystemen und die Nachhaltigkeit globaler Lieferketten. Der Schutz dieser Vielfalt ist ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsvoller Beschaffung, nachhaltiger Flächennutzung und ökologischer Verantwortung. Die TRATON GROUP bekennt sich dazu, ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren und Maßnahmen zu unterstützen, die natürliche Lebensräume bewahren, regenerative Praktiken fördern und die Resilienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärken.

    Als Nutzfahrzeughersteller ist sich die TRATON GROUP bewusst, dass die Aktivitäten entlang ihrer Wertschöpfungskette die biologische Vielfalt und die Ökosysteme beeinflussen können. Die TRATON GROUP hat den Nachhaltigkeitsaspekt der direkten Ursachen auf den Verlust der biologischen Vielfalt als wesentlich identifiziert. Es wurden keine wesentlichen Auswirkungen, Risiken oder Chancen für andere biodiversitätsbezogene Nachhaltigkeitsaspekte identifiziert, weshalb diese in diesem Bericht nicht weiter behandelt werden. Der folgende Abschnitt beschreibt den Ansatz der TRATON GROUP zum Management wesentlicher Auswirkungen im Bereich Biodiversität entlang der Wertschöpfungskette.

    Auswirkungen, Risiken und Chancen im Bereich biologische Vielfalt

    Nachhaltigkeitsthema IRO-Kategorie Zeithorizont Umfang Beschreibung
    Direkte Ursachen des Verlusts an biologischer Vielfalt Potenzielle negative Auswirkung Langfristig Vorgelagerte Wertschöpfungskette und nachgelagerte Wertschöpfungskette Unterstützung von Aktivitäten, die zum Verlust biologischer Vielfalt beitragen

    Ansätze und Konzepte

    Der Konzern bewertet derzeit seine Auswirkungen sowie die Exposition bezüglich Risiken und Chancen im Zusammenhang mit Biodiversität. TRATON beabsichtigt, Aspekte der biologischen Vielfalt künftig in die Nachhaltigkeitsstrategie zu integrieren. Derzeit bestehen auf Konzernebene keine spezifischen Richtlinien, die sich mit den direkten Ursachen des Verlusts biologischer Vielfalt befassen. Das ECMS-Konzept (siehe Dekarbonisierung) erstreckt sich auf alle Umweltthemen, einschließlich der Biodiversität in den eigenen Geschäftstätigkeiten von TRATON.

    Maßnahmen

    Im Berichtszeitraum hat die TRATON GROUP über die unter Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und Umweltverschmutzung beschriebenen Aktivitäten hinaus keine Ziele oder spezifischen konzernweiten Maßnahmen zur Verhinderung oder Abschwächung direkter Ursachen des Verlusts an biologischer Vielfalt umgesetzt. Angesichts der Wechselwirkungen zwischen Biodiversitätsverlust, Klimawandel und Umweltverschmutzung tragen jedoch alle in diesen Bereichen beschriebenen Maßnahmen indirekt zum Schutz der biologischen Vielfalt bei. Darüber hinaus kann die Ressourcennutzung, insbesondere die Gewinnung neuer Rohstoffe, erhebliche Auswirkungen auf Ökosysteme haben. Daher werden Aktivitäten zur Reduzierung des Verbrauchs primärer Ressourcen als relevant für die Biodiversität angesehen.

    Das Fehlen konkreter Ziele und gezielter Maßnahmen ist auf die aktuelle Vorbereitungsphase zurückzuführen, in der die TRATON GROUP den Schwerpunkt auf den Aufbau grundlegender Strukturen für einen systematischen Ansatz zur Biodiversität legt.

    Die TRATON GROUP hat für die vom WWF durchgeführte Naturrisikostudie sektorspezifische Daten bereitgestellt. Die Studie hat erhebliche Auswirkungen auf die biologische Vielfalt entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Nutzfahrzeugen identifiziert – von der Rohstoffgewinnung über die Fahrzeugproduktion bis hin zur Nutzung. Darüber hinaus wurden neue Risiken im Zusammenhang mit dem Übergang zu elektrischen und alternativen Antrieben aufgezeigt, insbesondere durch die erhöhte Nachfrage nach kritischen Mineralien wie Lithium und Seltenen Erden. Diese Erkenntnisse stellen einen wichtigen Schritt dar, um gezielte Maßnahmen vorzubereiten und Aspekte der Biodiversität künftig in Umweltstrategien zu integrieren, und um die Auswirkungen der biologischen Vielfalt zu bewältigen und die langfristige ökologische Resilienz zu fördern.

    Performance

    Die TRATON GROUP hat eine Bewertung durchgeführt, um festzustellen, ob sich ihre Produktionsstandorte in oder in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität befinden. Die Analyse umfasste 32 Standorte, die an der Herstellung von Fahrzeugen, Komponenten und Baugruppen beteiligt sind.

    Für die Bewertung von Produktionsstandorten in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität hat die TRATON GROUP einen Radius von 4,5 km definiert – basierend auf der Technischen Anweisung zur Luftreinhaltung und im Einklang mit dem Branchenstandard gemäß EU-Taxonomie. Dieser Radius entspricht der Höhe des höchsten Schornsteins multipliziert mit 50. Die Analyse relevanter Schutzgebiete wurde von Experten mithilfe der Software Kuyua durchgeführt.

    Die Analyse ergab, dass 224 Produktionsstandorte der TRATON GROUP (Gesamtfläche: 1.489 ha) innerhalb eines Radius von 4,5 km um 72 Schutzgebiete liegen. Im Rahmen der Bewertung wurde der Status von mehr als 500 Schutzgebieten überprüft. Dabei wurden geschützte Lebensräume, gefährdete Arten sowie vom Aussterben bedrohte oder stark gefährdete Arten berücksichtigt.

    Potenzielle Auswirkungen und Abhängigkeiten wurden mithilfe des Online-Tools Exploring Natural Capital, Opportunities, Risks and Exposure (ENCORE) ermittelt. Die Bewertung untersuchte die potenziellen Auswirkungen des Sektors auf die Fahrzeugproduktion und identifizierte folgende relevante Aspekte:

    • Wesentliche Abhängigkeiten: Werterhalt von Boden und Sedimenten, Wasseraufbereitung, Regulierung des Wasserflusses, Hochwasserschutz sowie Prävention gegen Sturmschäden
    • Wesentliche Auswirkungen: Störungen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette (z. B. Lärm, Licht) sowie Emissionen von Schadstoffen in Luft und Wasser

    Derzeit sind keine konkreten Maßnahmen zur Minderung dieser Aspekte geplant.

    Informationen zu signifikanten Standorten und Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität sowie zu Aktivitäten und Landnutzung von Standorten in der Nähe von Schlüsselgebieten der biologischen Vielfalt finden sich unter Weitere Angaben zu Biodiversität.

    1 Die Kennzahl für 2024 wurde aufgrund einer geringfügigen Anpassung der zugrunde liegenden Zuordnungsmethodik aktualisiert.
    2 Scania verwendet die Daten der Lieferanten aus dem Internationalen Materialdatensystem (IMDS), um die Materialgewichte nach den Kategorien der VDA 231-106 pro Referenzfahrzeuggruppe zu klassifizieren. Das Gesamtmaterialgewicht wird durch Anwendung der Produktionsmengen mit dem Materialverbrauch der Referenzfahrzeuggruppen berechnet. International und VWTB ermitteln das Gewicht anhand von Hotspot-Materialien aus Einkaufsdaten bzw. Lieferanten-/Entwicklungsdaten, in Übereinstimmung mit VDA 231-106. Da MAN keinen Zugang zu granularen IMDS-Daten hat, berechnet das Unternehmen die Materialverteilung auf der Grundlage von LCA-Analysen von Referenzfahrzeugen. Die Sekundärmaterialanteile für Scania, VWTB und International beruhen auf Verbandsdaten für Metalle (VDA-Kategorien 1-3), wobei für Nichtmetalle aufgrund der begrenzten Datenverfügbarkeit ein Anteil von 0 % an Sekundärmaterialien angenommen wird. MAN hat für die Hotspot-Materialgruppen Expertenschätzungen entwickelt, die von Lieferanten unterstützt wurden.
    3 Die Unterschiede in den Metriken sind im Wesentlichen auf Veränderungen in der Fahrzeugproduktion und im Fahrzeugabsatz zwischen den Jahren zurückzuführen.
    4 Die Zunahme der Standorte in oder nahe KBAs im Vergleich zum Vorjahr (19) ist auf die Errichtung neuer Standorte zurückzuführen.